Philosophin der Debatte
Jeanne Hersch gilt als wichtigste Schweizer Philosophin und als eine der wichtigsten des 20. Jahrhunderts. Geboren 1910 in Genf als Tochter eines Mathematikprofessors und einer Ärztin, beide polnisch-jüdische Immigranten sowie Bundisten, fühlte sich Hersch als Philosophin rasch den Existientialisten verbunden, studierte bei Karl Jaspers und reiste noch bis 1938 nach Deutschland zu Vorlesungen von Martin Heidegger und Jaspers. Von 1956 bis 1977 war sie Professorin für Philosophie an der Universität Genf, später Mitglied des Exekutivrats der UNESCO und 1973 Präsidentin der Karl-Jaspers-Stiftung. Neben zahlreichen Publikationen brachte sich Hersch in die politische Debatte ein. Sie starb 2000 in Genf. Die Zürcher alt Ständerätin und Philosophin Monika Weber arbeitete den Nachlass von Jeanne Hersch in minuziöser Arbeit auf und brachte zum 100. Geburtstag mit Annemarie Pieper das Buch «Jeanne Hersch – Erlebte Zeit – Menschsein im Hier und Jetzt» beim Verlag Neue Zürcher Zeitung heraus. Am 13. Juli führt die Jeanne-Hersch-Gesellschaft in Zürich einen Anlass zum 100. Geburtstag der Philosophin durch. [yk]


