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25. Juni 2010, 10. Jahrgang, Ausgabe 25 Ausgabe: Nr. 25 » June 24, 2010

Sponsor spendet neue ICZ-Lounge

von Gisela Blau, June 24, 2010
Ungewohnt lang dauerte die letzte Gemeindeversammlung der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich ausserhalb des Gemeindehauses. Alle Anträge gingen durch, bis auf die Gebührenordnung für einige Angebote der Schule.

Der neue Vorstand der Isaelitischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ) und die Gemeindemitglieder haben sich daran gewöhnt, dass eine Generalversammlung (GV) extrem kurz und effizient abläuft und alle Anträge diskussionslos durchgewunken werden. Am Dienstagabend gab es mehrere Überraschungen: Einen Aufstand gegen die Gebührenordnung der Schule, die vom Vorstand zur Überarbeitung zurückgezogen wurde; und Co-Präsidentin Shella Kertész konnte bekannt geben, dass die 350 000 projektierten Franken für die statt eines Restaurants geplante ICZ-Lounge von einem Sponsor gespendet werden, der nicht genannt sein will.

Verlust ausgeglichen

Paul Wyler berichtete von den unerwarteten Problemen mit Nachbarn des Gemeindehauses, denen die Dachaufbauten für die Lüftung zu hoch waren. Die akzetablere Variante kostet 100 000 Franken mehr, aber in punkto Umbau scheint finanziell wie terminlich alles im Griff. Quästor Eli Eyal konnte berichten, dass der krisenbedingte Verlust von 209 000 Fanken im Jahr 2008 bereits 2009 durch einen Einnahmenüberschuss von 210 000 Franken ausgeglichen wurde. Das Geld gelangt nun ins Gemeindevermögen. Der Konkurs und die Abwicklung des Restaurantunternehmens Hadar AG hinterliessen aber empfindliche Schulden, sogar die AHV-Beiträge für die Angestellten waren nicht bezahlt. Die Israelitische Religionsgesellschaft, beanwortete Co-Präsident André Bollag eine Frage, habe ihre Hälfte bezahlt. Sobald der Konkurs abgeschlossen ist, wird genauer informiert, wie tachles erfuhr.

Kontroverse Diskussion

Der kontroverse Teil der GV begann, als kritisiert wurde, dass zwei Drittel der Schulkommission zurücktraten, ohne Kommunikation der Gründe. Dennoch wurden alle Kandidaturen für diese und andere Kommissionen bereitwillig gewählt. Allerdings hatten sich 28 Elternpaare kurzfristig gegen Details der Gebührenordnung für die Angebote der Schule aufgelehnt, obwohl sie ihnen bereits vor einigen Monaten zugestellt worden war. Vor allem die Kostenerhöhungen des neuen Horts und die 200 Franken pro Jahr für das Znüni führten zu teils heftigen Voten, und die Co-Präsidentin musste sogar zur Mässigung der Ausdrucksweise mahnen. Auf Antrag zog der Vorstand diesen Gebühren-Teil zur Überarbeitung zurück. Fragen gab es auch wegen der Mietkosten der neuen Räume des Gemeindehauses, doch nachdem sich die 199 Stimmberechtigten von den moderaten Preisen überzeugt hatten, wurde diese Gebührenordnung angenommen.

Neue ICZ-Lounge

Die Gemeinde war gegen das Abenteuer eines Restaurants. Zudem gibt es andere Koscher-Restaurants in Zürich, die Fleischgerichte servieren. Künftig sollen alle
Catering-Unternehmen, die von Vorstand und Rabbinat akzeptiert werden, Feiern ausrichten dürfen. Neuer Treffpunkt mit Spiel­ecke, PC-Terminal, Laptop-Anschlüssen, Getränken und kleinen milchigen Gerichten soll eine ICZ-Lounge werden, die noch vor den hohen Feiertagen fertiggebaut werden kann und alle Optionen für die allfällige spätere Umwandlung in ein Restaurant offen lässt. Für die projektierten 350 000 Franken liegt die Spendenzusage eines Sponsors vor.







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