Sprache
Als Pflegekind wuchs sie in einer Familie auf, in der es keine Bücher gab. Lesen wurde für sie damals zur Überlebensstrategie: «Ich glaube, ich verfiel dem Lesen als Möglichkeit zu fliehen, in andere Welten und Wirklichkeiten. Gegen die lauten, groben Worte, die mir an den Kopf geworfen wurden, suchte ich die leisen, gedruckten Wort, die mir Raum für Gedanken liessen.» Mit 39 Jahren, unterdessen selbst Mutter von drei Töchtern, wurde aus der passionierten Leserin auch eine Autorin. Viele ihrer Kinder- und Jugendbücher sind bereits Klassiker worden. Auch als Übersetzerin machte sich Pressler einen Namen; so übertrug sie Werke von Amos Oz, Lizzie Doron und Zeruya Shalev, um nur einige zu nennen, aus dem Hebräischen ins Deutsche. Sie zeichnet auch für die gelobte kritische Werkausgabe der Tagebücher der Anne Frank aus dem Niederländischen verantwortlich. Mirjam Pressler feiert in einer Woche ihren 70. Geburtstag. [TA]


