Schweizer Freunde von Neve Shalom
Auch auf politischer Ebene aktiv
Durch die Bildung eines politischen Komitees will sich das Friedensdorf Neve Shalom aktiver in der israelischen Friedensbewegung einbringen.
Seit über 30 Jahren lebten Juden und Palästinenser im Friedensdorf Neve Shalom / Wahat al-Salam «ganz selbstverständlich miteinander», wie Evi Guggenheim Shbeta an der Jahresversammlung der Schweizer Freunde in Bern berichtete. «Wir haben keinen Grund, die Hoffnung zu verlieren», sagte die gebürtige Zürcherin angesichts der verbreiteten Resignation vieler Friedenskräfte in der Welt und in Israel. Man sei im Dorf allerdings zum Schluss gekommen, dass es nicht genüge, in der Friedensschule die gegenseitigen Vorurteile abzubauen. Deshalb sei ein politisches Komitee gewählt worden, das eine «Stimme für den Frieden» werden wolle. Die Referentin schilderte ein mit Mitteln der Schweizer Botschaft finanziertes Projekt für israelische und palästinensische Journalistinnen (vgl. tachles 1/10). Weiterhin werden mit finanzieller Unterstützung der EU Angehörige
anerkannter Berufsgruppen zu sogenannten «Change Agents» ausgebildet; im Rahmen ihres Abschlussprojekts hätten so kürzlich Juristen beim Obersten Gericht die Verlegung einer nahe einer metallverarbeitenden Fabrik gelegenen Schule erwirkt, in der Kinder erkrankt waren. Erfolgreich war auch ein Pilotprojekt zum Unterricht über Menschenrechte für Schulkinder der sechsten bis neunten Klasse; dieses wurde nun durch die Behörde für alle Schulen der Region bewilligt. Als Fortschritt wertete Evi Guggenheim Shbeta schliesslich die Tatsache, dass Ereignisse wie der Jom Haazmaut, der Nakba-Gedenktag der Palästinenser oder der Holocaust-Gedenktag an der Schule von Neve Shalom erstmals mit allen Kindern gemeinsam durchgeführt werden konnte – bisher waren diese im Zusammenleben von Juden und Palästinensern «schwierigen» Tage getrennt begangen worden. Die Schweizer Freunde von Neve Shalom wollen sich nach den Worten von Präsidentin Rosmarie Zapfl nebst dem Fundraising vermehrt auch der Friedenserziehung widmen und haben dafür einen Vorstandsausschuss mit Brigitta Rotach, Monique Eckmann und Antonin Wagner gebildet. Kassier Peter Dreyfus konnte vermelden, dass die Spendeneingänge – anders als in andern Ländern – unverändert hoch geblieben seien; zusammen mit einem Legat kamen letztes Jahr rund 430 000 Franken zusammen.
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