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23. April 2010, 10. Jahrgang, Ausgabe 16 Ausgabe: Nr. 16 » April 22, 2010

Die Erfüllung eines Traums

Von Valerie Wendenburg, April 22, 2010
Die Israelitische Gemeinde Basel feierte den 62. Unabhängigkeitstag des Staates Israel im Basler Stadt-Casino mit Jugend, Musik und in Gedenken an Theodor Herzl.
THE VOICES OF SAMUEL Die Band aus Israel war nur ein Höhepunkt des feierlichen Anlasses

Der Jom Haazmaut stand in diesem Jahr in Basel unter einem besonderen Stern: Es wurde nicht nur an die Geschichte und Zukunft Israels gedacht, sondern auch an den Mann, der nach dem ersten Zionistenkongress 1897 im Stadt-Casino in sein Tagebuch schrieb, er habe in Basel «den Judenstaat gegründet». Theodor Herzl wäre am 2. Mai 150 Jahre alt geworden (vgl. tachles 15/2010).

Jugend und Musik

Die Feier im sehr gut besuchten Festsaal war geprägt von den jungen Gemeindemitgliedern, die durch den Abend führten und ihn auch eröffneten. So sangen die Kinder der Jüdischen Primarschule Leo Adler zur Begrüssung, und Daniel Wernli und Amos Bachmann vom Jugendzentrum stellten sich selbst und dem Publikum die Frage nach dem Wesen Theodor Herzls, der den «jüdischen Traum erfüllte». Der Präsident der Israelitischen Gemeinde Basel (IGB) Guy Rueff verwies in seiner Rede auf die Tatsache, dass die IGB stets mit einem lachenden und einem weinenden Auge Richtung Israel blicke, da zahlreiche Mitglieder der Gemeinde die Schweiz verlassen und Israel als neue Heimat wählen würden. Nachdenklich stimme ihn auch das Bild, das Israel heute in der Öffentlichkeit habe. Habe man früher vor allem Positives aus Israel vernommen, so sei heute «aus dem bewunderten David ein moderner, seine Rechte verteidigender Goliath» geworden.

Erfüllung des Traums

Da der vorgesehene Gastredner Carlo Strenger aus Israel aufgrund des Flugverbots nicht in die Schweiz kommen konnte, sprang Gemeinderabbiner Yaron Nisenholz kurzfristig mit einer Rede ein, in der er in bewegenden Worten auf die Bedeutung Israels für die Juden in aller Welt hinwies. Man könne Gott dafür danken, dass heute kein Jude mehr «allein und vogelfrei» sei. Israel sei ein starker Staat, und die Juden lebten aufgrund dieser Tatsache unvergleichlich sicherer als jemals zuvor in ihrer Geschichte. Israel sei aber nicht nur die Lösung für eine Notlage, sondern allem voran die «Erfüllung eines Traums». Für die Zukunft wünsche er sich, so Nisenholz, das es nur noch gute Nachrichten aus Israel geben werde und das Friede und Versöhnung eintreten werden. Diese Worte wurden ihm mit grossem Applaus gedankt. Im Anschluss an die Ansprache folgte eine weitere Aufführung des Jugendzentrums der IGB, gemeinsam wurde die Hatikwa gesungen, bevor die israelische Band The Voices of Samuel auftrat. Die Stimmung war freudig und gut – und sowohl die zahlreichen Gäste wie auch die Organisatoren IGB, Keren Hajessod, Christlich-Jüdische Arbeitsgemeinschaft beider Basel, Gesellschaft Schweiz-Israel und Christlich-Jüdische Projekte können auf einen gelungenen Abend anlässlich des 62. Geburtstags Israels und des 150. Geburtstags von Theodor Herzl zurückblicken.





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