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23. April 2010, 10. Jahrgang, Ausgabe 16 Ausgabe: Nr. 16 » April 22, 2010

Auf Herzls Spuren wandeln

April 22, 2010

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WZO-Reise

Rund 130 Teilnehmer aus aller Welt machten sich unter der Leitung der World Zionist Organisation auf eine Reise auf den Spuren von Herzl anlässlich seines 150. Geburtstags. Natürlich mit Zwischenhalt in Basel.


D

er Saal war mit Blumen geschmückt, an den Wänden hängen Israelfahnen und die Stille, welche zuvor geherrscht hat, war vorbei: Die rund 130 Teilnehmer, welche mehrheitlich aus Israel, Amerika, Südamerika oder Frankreich stammen, betraten den grossen Saal im Stadtcasino Basel und kamen auf ihrer Reise quer durch Europa somit an dem Ort an, wo alles begann. Die Gruppe aus jüngeren und älteren, religiösen und nicht religiösen Menschen möchte den historischen Raum kennenlernen, in welchem jene Person, dessen Leben sie derzeit in Augenschein nehmen, im Jahre 1897 den ersten Zionistenkongress leitete: Theodor Herzl.

Paris, Basel, Wien

Ihre Reise auf den Spuren von Herzl begann in der vergangenen Woche in Paris. An diesem Ort lebte Herzl zwischen 1891 bis 1895 und erkannte dort während der Dreyfus-Affäre, dass das damals herrschende «Judenproblem» nicht so einfach zu lösen sein und Juden in Europa schwere Zeiten vor sich haben würden. Die Gruppe besuchte unter anderem das Hotel, in dem Herzl sein berühmtes Werk «Der Judenstaat» verfasste. Per Zug reiste die Gruppe weiter nach Basel, wo auf die Teilnehmer unter der Leitung des Keren Kayemeth Leisrael (KKL) ein volles Programm wartete. Zuerst die Besichtigung des Stadtcasinos, in dem sowohl der KKL-Weltvorsitzende Efi Stenzler wie auch der israelische Botschafter Ilan Elgar in ihren Reden die enorme Wichtigkeit von Basel auf dem Weg zur Gründung Israels hervorhoben. Danach gab es eine Führung durch die Stadt und ein Mittagessen im jüdischen Restaurant Topas, ehe gegen Abend die Reise mit dem Bus nach Zürich und von dort mit einem Nachtzug nach Wien ging.

Station in Budapest

In Wien wurde neben dem berühmten Café Griensteidl, in dem sich viele Intellektuelle, unter anderem Herzl, aufhielten, auch das Jüdische Museum besichtigt. Eine dreistündige Busfahrt von Wien endete in Budapest. In jener Stadt also, in der Herzl am 2. Mai 1860 im damaligen Pest zur Welt kam, wo
eine Gedenktafel an der Stätte seines Geburtshauses zu sehen ist. In der grössten europäischen Synagoge, welche direkt neben dem Geburtshaus von Herzl steht, feierte die Gruppe den Schabbat, bevor sie am Sonntag als Höhepunkt der Reise nach Israel fliegen wollte, um dort zuerst den Gedenktag Jom Hasikaron und dann zur Krönung auf dem Herzlberg in Jerusalem den israelischen Nationalfeiertag zu begehen. Doch die Aschewolke aus Island verhinderte auch ihren Flug, und so feierte man den Geburtstag Israels ausgelassen im persönlichen Rahmen. Diese Feier für das Land Israel im weit entfernten Ungarn wäre sicher auch im Sinne von Theodor Herzl gewesen.

Laurent Rueff

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bildlegende

Efi Stenzler Der KKL-Weltvorsitzende in gleicher Pose wie Herzl im Hotel Trois Rois



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