Diese Woche: dalai lama würdigt juden
Zürich hat wieder einmal ein Wochenende erlebt, an dem Zehntausende den Worten des Dalai Lama lauschten. Anlass war der 50. Jahrestag der Aufnahme von 1000 Tibet-Flüchtlingen in der Schweiz. Sie waren 1959 nach der Besetzung Tibets durch chinesische Truppen über den Himalaja nach Indien geflüchtet. In Dharamsala befindet sich denn auch bis heute der Exil-Sitz des Dalai Lama, der Exilregierung und des Exilparlaments. Gleichzeitig feierte der Verein Tibeter Jugend Europa in Zürich sein 40-jähriges Bestehen mit dem ersten tibetischen Jugendparlament in Europa. Zu den jungen Abgeordneten aus elf Ländern sprach der Dalai Lama frühmorgens anderthalb Stunden lang. Er forderte sie unter anderem auf, unbedingt die Kultur Tibets zu bewahren, die traditionellen Gewänder zu tragen und die Sprache zu lernen und zu sprechen. Sein Vorbild seien die Juden, sagte der Dalai Lama: «Sie leben seit zwei Jahrtausenden über die ganze Welt zerstreut, aber sie haben niemals ihre Gemeinschaft aufgegeben. Sie haben ihre Kultur und ihre Religion und ihre Sprache bewahrt, und zwar unter meist feindlichen Umständen.» So schlecht gehe es den Tibetern nicht, und das mache ihnen die Aufgabe leichter, sagte der Dalai Lama: «Uns begegnet man im Exil mit viel Freundlichkeit.» [gb]


