Religion, Staat und Gesellschaft
Das Nationale Forschungsprogramm 58 behandelt in 28 Projekten den Themenkreis «Religion, Staat und Gesellschaft» in der Schweiz. In Zürich wurden neben den Arbeiten von Daniel Gerson und Madeleine Dreyfus noch drei andere Forschungen zum Judentum vorgestellt. Valérie Rhein untersuchte die Entwicklung der Rolle der Frau am Beispiel der Bat Mizwa und kam zum Resultat, dass weniger religiöse, sondern vielmehr gesellschaftliche Konventionen die Erweiterung der Religionspraxis von Frauen verhinderten. Sabina Bossert befragte in «Schweizer Juden und Alija» junge Schweizer nach ihren Motiven für die Auswanderung nach Israel, die sich meist als zionistisch fundiert herausstellten, und Isabel Schlerkmann ging der Frage nach dem marginalen Lehrangebot zu jüdischen Themen an Schweizer Ausbildungsstätten nach. Ihr ernüchterndes Fazit: Erst in den achtziger Jahren wurden dank der Pionierleistungen von Professoren wie Ekkehard
Stegemann oder Heiko Haumann in Basel die jüdische Forschung auf universitärer Ebene entwickelt, und noch immer ist eine staatliche Finanzierung jüdischer Studien bis heute nur ausnahmsweise gegeben. [as]
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