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12. Februar 2010, 10. Jahrgang, Ausgabe 06 Ausgabe: Nr. 6 » February 11, 2010

Ein Duo nach Zloczower

von Peter Abelin, February 11, 2010
 Fulminanter Start für das neue Co-Präsidium des Keren Hajessod in Bern: Dina Thoma-Tennenbaum und Ralph Friedländer führten als Nachfolger von Ralph Zloczower durch ein attraktives Programm.
NEUES CO-PRÄSIDIUM Dina Thoma-Tennenbaum und Ralph Friedländer

Seit 1994 verkörperte Ralph Zloczower den Keren Hajessod in Bern. Nach einer zweijährigen Übergangszeit übernahmen nun die Konzertmanagerin Dina Thoma-Tennenbaum und der Deza-Mitarbeiter Ralph Friedländer die Leitung der Berner Ortsgruppe. Eingerahmt von einem Apéro riche und einem ebenso reichhaltigen Dessertbuffet folgten unter der gemeinsamen Leitung der beiden neuen Präsidenten im Hotel Bellevue-Palace die Ansprachen, Musikdarbietungen und ein Film Schlag auf Schlag. Im Mittelpunkt stand das Referat von David Witzthum, Politologe, Chefredaktor der Nachrichtensendung «heute und morgen» im israelischen Fernsehen und Gewinner des Sokolov-Preises für hervorragende journalistische Leistungen. Er schilderte das heutige Israel als ein Nebeneinander von Parallelgesellschaften: Einwanderer aus Russland, israelische Araber, Ultraorthodoxe, religiöse Sephardim und Nationalreligiöse würden je separate «Stämme» bilden, die wenig miteinander zu tun hätten und sich je über eigene Medien informierten. Daneben bilde die europäisch geprägte ursprüngliche israelische Gesellschaft nur noch eine Minderheit. Nur die schweren Terroranschläge zu Beginn des letzten Jahrzehnts hätten das Nebeneinander zu einem Miteinander gemacht. Als Beispiel erwähnte er den Anschlag vor einer Diskothek im Jahr 2001, bei dem zahlreiche russischstämmige Jugendliche getötet wurden. Dies habe das Verhältnis der Russen zu den übrigen Israeli nachhaltig verändert. Das Fernsehen übernehme in solchen Situationen «die Rolle eines Priesters» – der Anschlag sei das einzige Thema, die Welt werde «ausgeblendet».

Auf überraschend positives Echo stiess am Ende des Abends die für Bern ungewohnte Aufforderung von Dina Thoma, einen Zeichnungsschein auszufüllen. Über 75 000 Franken wurden dabei zugesagt.






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