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5. Februar 2010, 10. Jahrgang, Ausgabe 05 Ausgabe: Nr. 5 » February 4, 2010

Wassersegen und schwimmende Bomben

February 4, 2010

Gegensätzliches wie schon lange nicht mehr lässt sich aus Israel berichten. Auf die positive Seite gehören die 91 Zentimeter, die der Wasserspiegel des Kinneretsees im vergangenen Monat gestiegen ist. Die Rekordhöhe liegt zwar immer noch fast vier Meter entfernt, doch die Wasserperspektiven für diesen Winter und nächstes Jahr erscheinen nicht mehr so alarmierend wie auch schon. Dem vorsichtigen Optimismus förderlich sein dürften auch der heftige Regen, der diese Woche über dem ganzen Land niederging.
Mit dem Mittelmeer machte ein weiteres Gewässer Schlagzeilen, allerdings weniger positiver Natur. Bei Ashdod und Ashkelon wurden zwei – wahrscheinlich vom Islamischen Jihad, aus dem Gazastreifen stammende – mit je 15 bis 20 Kilo Sprengstoff gefüllte Fässer ans Ufer gespült. Diese neue Art der terroristischen Aktivität alarmierte Polizei und Armee. Während Tagen blieben die Strände für die Bevölkerung gesperrt, und die Aufmerksamkeit dürfte kaum nachlassen, fürchtet man doch weitere Versuche dieser Art seitens der Palästinenser. Vermutlich galten die Bemühungen des Jihad israelischen Marineschiffen.
Gleichermassen negativ ist das vorübergehende Scheitern der indirekten Verhandlungen mit der Hamas, in denen es auch um die Freilassung von IDF-Korporal Gilad Shalit und den damit in Zusammenhang stehenden Gefangenenaustausch ging. Mahmud a-Zahar von der Hamas macht Binyamin Netanyahu persönlich für den Verhandlungsstillstand verantwortlich, doch Beobachter sehen eher einen Zusammenhang mit der Ermordung des für den Waffenschmuggel in den Gazastreifen verantwortlich gewesenen Mahmoud Mabhouh in Dubai. Während palästinensische Kreise den Mossad-Geheimdienst hinter der Tat vermuten, schweigt man sich in Israel wie üblich aus, ist aber voll des Lobes für den Mossad – natürlich ohne jeden direkten Bezug zum Mord von Dubai.
Politik machte Verteidigungsminister Ehud Barak an der Herzlia-Konferenz: Er sagte, ohne einen Frieden mit den Palästinensern würde Israel zu einem binationalen oder einem Apartheidstaat werden. Beides gehöre nicht zum «zionistischen Traum». Das Herz aller Zionisten höher liess dagegen Italiens Premier Silvio Berlusconi schlagen, der sich in Jerusalem Israel in der EU wünschte, sich für drastische Sanktionen gegen Teheran und die Erklärung der iranischen Revolutionsgarden zur Terrororganisation aussprach. Was kümmert es da, dass Berlusconi nebenbei noch die Bautätigkeit in den Siedlungen kritisierte und Israel zum Frieden mit Syrien im Austausch gegen den Golan aufforderte? [ju]






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