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29. Januar 2010, 10. Jahrgang, Ausgabe 04 Ausgabe: Nr. 4 » January 28, 2010

Jiddisch

January 28, 2010
Er war ein Meister seiner Sprache. Der 1913 geborene Dichter Abraham Sutzkever veröffentlichte sein erstes Gedicht mit 19 Jahren.
Abraham Sutzkever

Da hatte er bereits Schlimmes erlebt: Unter dem Generalverdacht, mit den deutschen Truppen zu kollaborieren, wurden viele Juden von Smorgon unweit von Wilna während des Ersten Weltkriegs von den Russen deportiert. So auch die Familie Sutzkever, die bis 1920 in Omsk lebte, bevor sie nach Wilna zurückkehrte. Als im Sommer 1941 die Wehrmacht Wilna besetzte, wurden das berüchtigte Wilnaer Getto eingerichtet, dem der Dichter und seine Frau 1943 entfliehen konnten; sie schlossen sich den Partisanen an. Sie emigrierten nach einer Aussage Sutzkevers vor dem Nürnberger Tribunal 1947 nach Israel. Hier gründete er «Di goldene kejt», eine Zeitschrift für jiddische Literatur und Essayistik. Des Dichters Werke wurden in 30 Sprachen übertragen – auf Deutsch liegen bis jetzt nur vier vor, drei davon (darunter das höchst eindrückliche «Wilner Getto 1941–1944») erschienen erst im letzten Jahr. Abraham Sutzkever ist am 19. Januar im Alter von 97 Jahren in Tel Aviv gestorben. [TA]







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