Querelen
Dass die Bewunderer von Luxemburg und Liebknecht sich jährlich vor einem leeren Grab treffen, weiss man seit 1950. Damals wollte man die beiden exhumieren lassen; Leichen fanden sich aber keine, da die Gräber bereits 1935 von den Nazis geöffnet worden waren. Letztes Jahr wirbelte Rosa Luxemburg noch einmal Staub auf. Der Leiter der Rechtsmedizin der Berliner Charité, Michael Tsokos, behauptete, eine in der anatomischen Sammlung entdeckte Wasserleiche ohne Kopf, Hände und Füsse lege die Vermutung nahe, es handle sich dabei um Luxemburg. Ein DNA-Abgleich konnte bis heute nicht stattfinden. Nun ist mit «Rosa Luxemburgs Tod – Dokumente und Kommentare» ein Buch erschienen, in dem argumentiert wird, dass es sich bei der Leiche aus der Charité nicht um Rosa Luxemburg handle. Wer 1919 wirklich begraben wurde und ob die gefundene Wasserleiche Luxemburg ist, bleibt aber weiterhin umstritten. [TA]


