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11. Dezember 2009, 9. Jahrgang, Ausgabe 50 Ausgabe: Nr. 50 » December 10, 2009

Synagoge Ahornstrasse

December 10, 2009

80-Jahr-Jubiläum

Vor mehr als 80 Jahren weihte die Israelitische Religionsgesellschaft (IRG) in Basel ihre eigene Synagoge an der Ahornstrasse 14 ein. Das eher unscheinbare Haus besticht noch heute durch seine schlichte Schönheit und Pragmatik. Im 1. Stock befinden sich Sitzungszimmer und das Gemeindebüro der IRG. Im Parterre ist neben einem Hörsaal auch der Betsaal mit 120 Männer- und 125 Frauenplätzen angesiedelt. In einem Nebenraum des Synagogengebäudes hat die interne Bibliothek der IRG ihr Domizil. Im Jahr 1982 erfolgte eine grössere Sanierung, und im vergangenen Jahr wurde der gesamte Gebetsbereich renoviert. Grössere bauliche Veränderungen wurden an der Synagoge bis heute jedoch keine vorgenommen. Die Gründung der IRG und der Bau der Synagoge waren zu einem grossen Teil der Überzeugung und dem Engagement des seit 1885 amtierenden ersten Basler Rabbiners Arthur Cohn und des Konsuls Sally Guggenheim zu verdanken. Von der Verpflichtung eines thoratreuen Judentums beseelt, wehrte sich Rabbiner Cohn gegen damalige Reformbestrebungen. Bereits 1911 verlieh er in einem Artikel seiner zunehmend kritischen Haltung zum Zionismus Ausdruck und forderte die Schaffung einer Organisation der gesetzestreuen Judenheit. Damit trug er entscheidend zur Gründung der Agudas Jisraelim im Mai 1912 bei. Auch die Stiftung Israelitisches Lehrhaus wurde von Rabbiner Cohn initiiert und gemeinsam mit Sally Guggenheim gründete er die Schomre Thora. Cohn und Guggenheim waren auch entscheidend an der Entstehung des Vereins der «Schabbatwächter» Schomre Schabbos beteiligt. Bereits 1923 organisierte der gebürtige Basler Geschäftsmann Sally Guggenheim in seiner Villa in Allschwil jeweils am Schabbat einen Privat-Minjan. Ein Jahr später erwarb er die Liegenschaft Thannerstrasse 60 und richtete dort eine Mikwe ein. In dem Gebäude, in welchem heute das Gemeindehaus und das Rabbinat der IRG beheimatet sind, führte der Verein Schomre Schabbos am 1. November 1924 den ersten Gottesdienst durch. Die Liegenschaft ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil des Gemeindelebens der IRG. Als der Verein Schomre Schabbos im Dezember 1927 bekannt gab, dass er künftig den Namen Israelitische Religionsgesellschaft tragen werde, war auch bereits klar, dass bald eine eigene Synagoge errichtet werden sollte, um der neuen Aufgabe als selbständige Gemeinde gerecht werden zu können. Auch die ständig wachsende Mitgliederzahl verlangte neue Räumlichkeiten. 1928 konnte nach Verhandlungen mit dem Bürgerspital Basel das Gelände Ahornstrasse/Ecke Birckenstrasse erworben werden, und bereits im März 1929 fand die Grundsteinlegung der Synagoge statt. Am 29. September 1929 wurde die Synagoge feierlich eingeweiht. [zu]







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