Krönung für die Weiss-Dynastie
Die Slowakei ist im Fussball-Fieber. «Verantwortlich» dafür ist der jüdische Nationaltrainer Vladimir Weiss, der Sohn von Vladimir Weiss senior, der in den sechziger Jahren einer der besten Fussballer der damaligen CSSR war. Vladimir Weiss, der Nationaltrainer, hat in der Slowakei einen ähnlichen Beliebtheitsstatus wie hierzulande Ottmar Hitzfeld.
Der sportliche Erfolg und Triumph der Nationalmannschaft ist das Verdienst von Vladimir Weiss, dessen Sohn (nebst Vater und Grossvater auch Vladimir genannt) in der englischen Premier League bei Manchester City unter Vertrag steht und in der slowakischen U21-Nationalmannschaft spielt. An den Weltmeisterschaften 2010 in Südafrika wird er wohl unter seinem Vater seine ersten Einsätze im Nationalteam absolvieren, sollte sich seine sportliche Entwicklung so wie bis jetzt fortsetzen.
Wegbereiter des Erfolgs
Dass ausgerechnet die Weiss-Dynastie in der Slowakei Erfolg hat und hoch angesehen ist, ist nicht selbstverständlich, denn die jüdische Bevölkerung hatte es in diesem Teil der ehemaligen Tschechoslowakei aufgrund des latent vorhandenen Antisemitismus nicht einfach. Da hatten es die Glaubensgenossen in Tschechien meist besser. Aber der Wegbereiter für die Erfolge des aktuellen Nationaltrainers war der Senior der Weiss-Dynastie. Dieser war Mitglied der tschechoslowakischen Nationalmannschaft und wurde 1958 als bester Abwehrspieler mit CˇH Bratislava Meister. CˇH Bratislava fusionierte 1962 mit Inter Bratislava. 1969, nach 236 Erstligaspielen, beendete Weiss seine Karriere in der obersten Liga. Er debütierte am 17. Mai 1964 in der Nationalmannschaft der CSSR und gewann bei den Olympischen Spielen in Tokio die Silbermedaille.
Einsatz in neuem Nationalteam
Der nun aktuell gefeierte Nationaltrainer Vladimir Weiss spielte in seiner Jugend für Rapid Bratislava und CˇH Bratislava. Zur Saison 1986/87 wechselte Weiss in den Stammclub seines Vaters, zu Inter Bratislava. 19 Länderspiele bestritt er für die damalige CSFR und nahm an der WM 1990 in Italien teil. Anfang 1993 ging Weiss zu Sparta Prag, aber nach nur einem halben Jahr wechselte er erneut den Verein und spielte fortan für Drnovice, bevor er zu einem weiteren Spitzenclub nach Košice ging. Zwischen 1993 und 1995 wurde Weiss, nach der Auftrennung der CSFR in zwei Staaten, zwölf Mal in der neuen slowakischen Nationalmannschaft eingesetzt.
Nach vier Jahren als Co-Trainer in Petržalka rückte Weiss nach dem Ende seiner Spielerkarriere auf den Posten des hauptverantwortlichen Trainers. Unter seiner Leitung wurde der Club 2004/05 slowakischer Meister und erreichte 2005/06 die Gruppenphase der Champions League. Danach war er Coach beim russischen Topverein FK Saturn, bevor er Mitte 2007 als neuer slowakischer Nationalcoach nominiert wurde. Was danach folgte, war ein einziger Steigerungslauf bis zur Krönung: der WM-Qualifikation.


