175 Jahre Israelitischer Frauenverein
In der Einladung zu dem festlichen Diner anlässlich des Jubiläums hiess es: «Mit Ihrer Teilnahme bezeugen Sie Ihre Sympathie gegenüber den sozialen Tätigkeiten des Israelitischen Frauenvereins Basel» - ein Aufruf, dem 250 Gäste folgten. Nach der Begrüssungsrede der Co-Präsidentin Esther Rothschild gab Stefanie Bollag, die abwechslungsreich durch den Abend fürhte, einen interessanten Rückblick auf das Gründungsjahr 1834, in dem in Basel nur rund 15 jüdische Familien lebten. Umso beachtlicher war bereits damals die Gründung des damaligen Wohltätigkeitsvereins der Frauen der Israelitischen Gemeinde. Heute ist der Israelitische Frauenverein Basel (IFB) der älteste Frauenverein der gesamten Schweiz (vgl. tachles 38/09).
Glückwünsche und Dank
Christoph Eymann, Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt, sprach das erste Begrüssungswort. Er bedankte sich beim IFB nicht nur für die Einladung, sondern vor allem für das soziale Engagement, das die Mitglieder ihren Mitmenschen gegenüber leisteten. Sie würde ihre Zeit, die heute besonders knapp bemessen sei, opfern, um Gutes zu vollbringen. Nach ihm übernahm Urs Wüthrich-Pelloli, Regierungspräsident des Kantons Basel-Landschaft das Wort, der darauf hinwies, dass die jüdische Gemeinschaft schon immer Vorreiter gewesen sei, wenn es um die Frauenrechte ging. Von der Bedeutung der vier Stammesmütter und der jüdischen «Mamme», die die jüdische Tradition innerhalb der Familie weitergebe, hätten die nicht christlichen Gesellschaften viel lernen können. Auch Guy Rueff, Präsident der Israelitischen Gemeinde Basel (IGB) verwies auf die aktive Rolle, die Frauen innerhalb der jüdischen Religion fast von Anbeginn spielten. Vera Kronenberg überbrachte als ehemalige Präsidentin des Bundes Schweizerischer Jüdischer Frauenorganisationen ihre Glückwünsche betonte die Vorreiterrolle, die der IFV stets gehabt habe.
Festansprache und Präsentation
Ehrengast war Charlotte Knobloch, die den Israelitischen Frauenverein in ihrer Festansprache als Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland würdigte und die Bedeutung der Zedeka (Wohltätigkeit) erwähnte, die innerhalb des jüdischen Glaubens kein «beliebiger freiwilliger Akt», sondern vielmehr eine Mizwa, eine Pflicht, sei, die es zu erfüllen gelte. Sie danke allen aktiven Frauen für ihre Kraft, ihre Einsatzfreude und den Beitrag, den sie leisten, damit die Zedeka immer wieder Wirklichkeit werde. Die Aktivitäten des Frauenvereins wurden den Gästen in einer Präsentation anschaulich vorgestellt. Das Diner wurde vom jüdischen Restaurant Topas serviert und war neben dem eindrücklichen Festprogramm und der Musik von Michael Heitzler an der Klarinette und Christian Gutfleisch am Klavier ein weiterer Garant für einen Abend, der seinen Besuchern noch lange positiv in Erinnerung bleiben wird. Das bewegende Schlusswort sprach IGB-Rabbiner Yaron Nisenholz. Für die Zukunft ist dem Israelitischen Frauenverein zu wünschen, dass sich auch weiterhin Frauen finden, die neben ihrem Alttag Zeit und Musse finden, sich auf diese Weise für ihre Mitmenschen einzusetzen.


