Peinlich
«Ich bin ein ungarischer Nationalist», sagte Molnar in einem Fernsehinterview. «Ich liebe meine Heimat, liebe die Ungarn und gebe ungarischen Interessen Vorrang gegenüber jenen des internationalen Kapitals – jüdischem Kapital, wenn Sie wollen, welches die ganze Welt verschlingen will, vor allem Ungarn.» Als Beweis für seine These offerierte Molnar dem Publikum folgende Geschichte: Er will entdeckt haben, dass die Unterrichtssprache an Jerusalemer Schulen ausgerechnet ungarisch sei. Nach den Gründen befragt, sollen Schüler geantwortet haben, sie würden die Sprache ihrer «künftigen Heimat» erlernen. Fidesz-Chef Viktor Orban bezeichnete das Statement zwar als «peinlich», weigerte sich aber, Molnar zu verurteilen. Bei den nächsten ungarischen Parlamentswahlen im kommenden Frühling stehen laut Meinungsumfragen die Chancen für Fidesz nicht schlecht, die Macht zu übernehmen. [ju]


