Im Zeichen der Begegnung
Der festliche Auftakt der von der Interreligiösen Arbeitsgemeinschaft in der Schweiz (IRAS COTIS) initiierten Woche der Religionen findet am 1. November um
18.30 Uhr im KKL Luzern statt. 300 Mitwirkende aus mehr als 30 Ländern werden im «Konzert für den Frieden» die Zuhörenden mit Musik aus der christlichen Überlieferung, mit jüdischer liturgischer Musik, Musik aus dem islamisch geprägten Kulturraum und aus hinduistischen und asiatischen Traditionen bekannt machen; auf der Bühne des ausverkauften Konzertsaals wird an jenem Abend auch der Synagogenchor Zürich stehen. Bis nächsten Samstag finden in der ganzen Schweiz Diskussionen, Lesungen, Musikabende, Führungen, Vorträge und andere Veranstaltungen statt. Doch es wird nicht nur geredet, sondern auch gekocht, gegessen, gerappt und getanzt, denn die unterschiedlichen Religionen und Kulturen sollen auch sinnlich erfahrbar werden.
Hinter den einzelnen Veranstaltungen stehen Religionsgemeinschaften, interreligiöse Dialogforen und staatliche Stellen, die Mitglieder von IRAS COTIS sind. Zum Veranstaltungskodex der Woche der Religionen gehört unter anderem, dass an den Veranstaltungen keinerlei Mission betrieben werden darf. «Unsere Mitglieder sind dem Dialog verpflichtet. Dazu gehört es, Brücken zu bauen, aber auch respektvoll und klar die Unterschiede zu benennen», erklärt Heinz Haab, Sekretär von IRAS COTIS und Verantwortlicher für die Gesamtkoordination der Woche der Religionen.
Auffallend stark ist dieses Jahr die Präsenz des Politischen: Etliche Veranstaltungen thematisieren die Minarett-Initiative. Doch nicht nur die Diskussionen über dieses Thema sind wichtig. An vielen Orten öffnen am 7. November Moscheen ihre Türen und laden alle Interessierten ein, den Islam jenseits der westlichen Klischees kennenzulernen, oder wie es in den Leitlinien der Woche der Religionen formuliert ist: «Zeichen setzen für Kommunikation, Austausch und Begegnung und gegen Ausgrenzung und Ängste». Eine Chance, die hoffentlich angesichts der Abstimmung vom 29. November rege genutzt werden wird.
In der Stadt Bern findet am 7. November die «Nacht der Religionen» unter dem Motto «Lebens(t)räume» statt. Gastgeber sind neben dem Haus der Religionen alevitische, buddhistische, hinduistische, muslimische und christliche Gemeinschaften sowie Sikhs, Bahai und die Jüdische Gemeinde Bern. Es lohnt sich also, an diesem Samstagabend in die Stadt zu gehen und sich überraschen zu lassen vom manchmal so fremden Nachbarn. Und nicht nur am 7. November in Bern, sondern vom 1. bis zum 8. November in der ganzen Schweiz. Das gesamtschweizerische Programm der Woche der Religionen ist unter www.woche-der-religionen.ch zu finden, ebenso wie weiterführende Links zu kantonalen Programmen und Einzelveranstaltungen. In Basel, Bern, Lausanne, Luzern, Olten und Zürich gibt es verschiedene Veranstaltungen, die von jüdischen Institutionen (mit-)getragen werden.


