logo
30. Oktober 2009, 9. Jahrgang, Ausgabe 44 Ausgabe: Nr. 44 » October 29, 2009

Frauen

October 29, 2009
Von 1974 an fehlt ein Bildmotiv gänzlich in den Arbeiten der 1926 in Cleveland geborenen Künstlerin Nancy Spero: Männer.
Nancy Spero

Spero, mehr als 50 Jahre mit dem amerikanischen Maler Leon Golub verheiratet und Mutter dreier Söhne, verstand Kunst immer auch als politischen Akt. Nach einigen Jahren in Europa kehrten Spero und Golub in den späten sechziger Jahren in die USA zurück – in eine Gesellschaft, die durch den Vietnamkrieg und die Bürgerrechtsbewegung stark polarisiert war. Die Feministin Spero zeigte in ihrem Werk Frauen als Opfer, aber auch als mystisch anmutende Heldinnen, starke, wütende Personen, deren Anteil an der Geschichte zu Unrecht vom Establishment ausgeblendet wurde. Nancy Spero, die lange Zeit von den grossen Galerien und Museen nicht ausgestellt wurde, war 1972 in New York Mitbegründerin von A.I.R., der ersten Kunstgalerie, die nur Künstlerinnen ausstellte. Erst spät wurden Speros Heldinnen einem breiten Publikum bekannt: Sie zieren als kunstvolle Mosaiken die U-Bahn-Station Lincoln Center in New York. Nancy Spero ist am 18. Oktober gestorben. [EM]





» zurück zur Auswahl