Konkurrenz für die Lobby
Wie AIPAC seit vielen Jahren, lädt J-Street nun vom 25. bis 28. Oktober zu einer grossen Konferenz nach Washington, um die Regierung von Barack Obama bei ihrem Wirken zugunsten einer Zweistaatenlösung im Palästinakonflikt zu unterstützen. Zahlreiche namhafte Experten sowie Politiker meist aus dem Regierungslager haben ihr Kommen angekündigt. Den Grundsatzvortrag wird Jim Jones halten, Obamas Nationaler Sicherheitsberater. Unter den Parlamentariern wäre ein Auftritt von John Kerry zu nennen, dem einflussreichen Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses im Senat. Aus Israel haben unter anderem Amir Peretz, Shlomo Ben-Ami sowie die Knesset-Mitglieder Shlomo Molla und Yuli Tamir zugesagt. Ministerpräsident Shimon Peres will lediglich ein schriftliches Grusswort entsenden. Gerätselt wird über die Haltung des israelischen Botschafters Michael Oren. Der Historiker und Kolumnist hatte vor seinem Amtsantritt seine amerikanische Staatsbürgerschaft aufgegeben und keinen Hehl aus seiner Skepsis gegenüber den Palästinensern gemacht. Oren hat unlängst erklärt, die aussenpolitischen Interessen des amerikanischen Judentums seien in Washington bereits gut durch die Conference of Presidents of Major American Jewish Organizations vertreten, die eng mit AIPAC vernetzt ist. Eine Absage hat er J-Street indes noch nicht erteilt. [am]


