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25. September 2009, 9. Jahrgang, Ausgabe 39 Ausgabe: Nr. 39 » September 24, 2009

Stolpersteine

Gunter Demnig, September 24, 2009
Was Mitte der neunziger Jahre mit einer ersten illegalen Aktion begann, ist zum Lebenswerk des 1947 in Berlin geborenen Künstlers Gunter Demnig geworden.
Gunter Demnig

Demnig erinnert an die Opfer des Nationalsozialismus dort, wo sie gelebt haben: am letzten freiwillig von ihnen gewählten Wohnort. Über 20'000 Steine sind unterdessen nicht nur in Deutschland, sondern auch in den Niederlanden, Polen, Österreich, Tschechien, der Ukraine und Ungarn von Demnig jeweils in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung verlegt worden. Jeder Steinlegung geht eine ausführliche Recherche voraus, wobei es oftmals Schülerinnen und Schüler sind, welche die Biografien der Opfer 
erforschen. Demnigs Idee ist nicht unumstritten (vgl. tachles 17/09), doch gibt es immer mehr Anfragen, sei es von Einzelpersonen oder von Interessengruppen, die vor Ort an die von 1933 bis 1945 ermordeten Männer, Frauen und Kinder erinnern wollen. Ein Stolpern mit dem Kopf und dem Herzen auszulösen – das wünscht sich Demnig als Folge seiner Aktionen. Der Künstler wird heute für seine Stolpersteine mit der Josef-Neuberger-Medaille der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf ausgezeichnet.  


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