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18. September 2009, 9. Jahrgang, Ausgabe 38 Ausgabe: Nr. 38 » September 17, 2009

Ein schwieriges Interview

September 17, 2009

Hans-Rudolf Merz befindet sich in einer wenig beneidenswerten Lage: Als Finanzminister steht er im Dauerhagel des Steuerstreits, und das nur Monate nach einem Herzstillstand mit anschliessender Bypass-Operation, die er offensichtlich gut überstanden hat. Und mit seiner seltsamen Reise nach Libyen hat der Bundespräsident des Jahres 2009 viel Ansehen eingebüsst. Merz galt stets als ehrlicher Makler, als hochanständige Person, als eine eigenartige Mischung aus Gartenlaube und Weltoffenheit. Längst wird spekuliert, ob er nach seinem Präsidialjahr seinen Rücktritt ankündigen wird. Jedes Jahr im Spätsommer führt tachles vor dem jüdischen Neujahr mit dem amtierenden Bundespräsidenten oder der Bundespräsidentin ein Interview. Hans-Rudolf Merz liess sich nur mit Mühe ein lediglich schriftlich geführtes Interview abringen. Fragen zum Thema Libyen wollte er – oder wollten seine Leute – partout nicht beantworten. Und wenn man dem Interviewpartner nicht live gegenübersitzen und nachbohren kann, wenn ein wichtiger Teil einer Frage gar nicht oder unbefriedigend beantwortet wird, verlieren gewisse Auskünfte an Relevanz und Brisanz. Dies ist der Grund, weshalb einige präsidiale Interviewantworten merkwürdig realitätsfern wirken. Vielleicht wird Bundespräsident Merz Ende Monat vor der Uno deutlicher und konkreter, wenn er einen Tag nach Libyens Machthaber Ghadhafi zur Vollversammlung sprechen wird.    [GB]





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