Jüdische Feste und Traditionen
Im Fokus des diesjährigen Europäischen Tages der jüdischen Kultur stehen jüdische Feste und Traditionen. In Basel veranstaltet das Jüdische Museum der Schweiz einen Tag der Offenen Tür mit verschiedenen Führungen. So werden Interessierte durch die Dauerausstellung «Was ist koscher?», die Hochzeitsausstellung «Mazal Tov» und durch die Sonderausstellung «Merkwürdig. Objekte, die aus der Reihe tanzen» geleitet. Diese Sammlung bietet einen einzigartigen Einblick in Geschichte und Folklore der Juden in Europa und versetzt mit wundersamen Kuriositäten und nicht ganz alltäglichen Utensilien in Staunen. Anna Rabin geht auf dem Israelitischen Friedhof der Frage nach, weshalb man kleine Steine auf die Grabsteine legt, ferner wird zu einem Rundgang mit Jacques Bloch auf dem 1673 gegründeten jüdischen Friedhof in Hegenheim im Elsass geladen.
Film und Schauspiel in Zürich
Omanut, Verein zur Förderung jüdischer Kunst in der Schweiz, veranstaltet im Zürcher Filmpodium eine Filmvorführung zum Thema Feste und Traditionen. Gespielt wird der von der israelischen Film Academy mit zehn Preisen ausgezeichnete Spielfilm «Late Marriage» («Chatuna Meucheret») von Regisseur Dover Kosashvili. Es handelt sich um eine schmerzliche Komödie, bei der Brauchtum und Tradition zur ethnischen Barriere für ein Liebespaar (Lior Ashkenazi und Ronit Elkabetz) zu werden drohen – ein spannender, unterhaltsamer und fast schon ethnographisch-präziser Blick auf Kultur und Familientradition einer georgischen Einwandererfamilie in Tel Aviv. In der Synagoge der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich können interessierte Besucher dem Ablauf einer Trauzeremonie beiwohnen. Die Veranstaltung trägt den Namen «Unter dem Traubaldachin» und verspricht interessante Einblicke in Ablauf und Symbolik des jüdischen Rituals der Eheschliessung.
Folklore und Kultur vielerorts
In Bern stehen auch Traditionen und Feiern rund ums Heiraten im Mittelpunkt. Die hiesige jüdische Gemeinde hat ein vielseitiges Nachmittagsprogramm zusammengestellt, welches von einem Vortrag des Rabbiners David Polnauer über einen Gesangsvortrag von Kuhar José Kaufmann bis zur Vorführung von Filmaufnahmen einer jüdischen Trauzeremonie in Bern und Israel aus diesem Sommer reicht.
Auch Lausanne trumpft mit einem viel versprechenden Tagesprogramm auf. Neben der Möglichkeit, einer echten Bat Mizwa beizuwohnen, wird der musikalischen und kulinarischen Tradition gehuldigt. Besucher dürfen sich auf jüdische Leckerbissen für Ohr und Gaumen freuen. In Delémont organisiert die hiesige Synagoge in den Nachmittagsstunden einen Tag der offenen Tür mit Führungen und einer kleinen Ausstellung zum Thema des Tages. Auch in La Chaux-de-Fonds wird man durch die prächtige Synagoge geführt, wobei hier der Tag der offenen Tür wegen der Stadtfeier am 6. September bereits am 30. August stattfindet.
Ein vielseitiges Programm in Genf
Nach Genf lockt die Liberale Israelitische Gemeinde mit einem Vortrag von Pastor Vincent Schmid, welcher die Beziehung zwischen Johannes Calvin und den Juden erörtert. Anschliessend wird zum gemeinsamen Imbiss geladen. Die Israelitische Gemeinde organisiert derweil eine Führung auf dem Friedhof von Veyrier sowie eine Diskussionsrunde zum Thema «Heilige Zeiten, weltliche Zeiten: eine freiheitliche Zeit?». Pastor Marc Faessler, Rabbiner und Regisseur Marc Kujawski sowie Journalist Philippe Lugassy werden für interessante Konversation sorgen. Danach klingt der Abend mit einem Konzert jüdischer Musik aus. Weitergehende Informationen zu den Veranstaltungen sind auf der Website www.jewish-heritage.org zu finden.
Detaillierte Auskunft über die von Omanut organisierte Filmvorführung gibt die Site www.omanut.ch. Die Veranstaltungen sind – mit Ausnahme der Filmvorführung im Filmpodium Zürich (15 Franken) – kostenfrei.


