Neuer Wohraum für ältere Menschen?
Seit der letzten Generalversammlung des Vereins Jüdisches Heim La Charmille scheint klar, dass es über kurz oder lang neue Pläne hinsichtlich des Hauses Eden in Basel geben wird. La-Charmille-Präsident Andreas Waldmann gab überraschend Pläne bekannt, das Haus am Schützengraben 16, in dem sich auch der Verein Neuer Cercle befindet, von der Israelitischen Gemeinde Basel (IGB) zum Nulltarif übernehmen und umbauen zu wollen.
Gegenüber tachles sagt Waldmann: «Wir möchten das Haus Eden im Sinne seiner ursprünglichen Bestimmung, der Altenhilfe, weiterführen.» Waldmann betont, dass er seine Pläne dem IGB-Vorstand bereits in Gesprächen mitgeteilt habe. Es gäbe «noch kein beschlossenes Übereinkommen, aber beidseitige Überlegungen darüber, was künftig mit dem Haus Eden geschehen solle». So möchte Waldmann das Haus nicht käuflich erwerben, sondern von der IGB übernehmen und auf eigene Kosten so umbauen, das dort wieder alterskonforme Wohnungen mit einer sozialgerechten Miete für ältere Gemeindemitglieder entstehen. Es solle kein Pflegeheim errichtet werden, aber es könnten Synergieeffekte mit dem Holbeinhof und dessen Notfalldienst angedacht werden, so Waldmann.
Mit seinem Verein La Charmille möchte er eine Gewähr dafür bieten, dass im Kanton Basel-Stadt eine Heimstätte für ältere Menschen jüdischen Glaubens, denen Unterkunft, Pflege und Fürsorge gewährt werden sollen, geführt wird. Der Verein Neuer Cercle, dessen Club¬lokal im Haus erst kürzlich renoviert wurde, soll weiterhin im Haus Eden beheimatet sein, so Waldmann. Die Räumlichkeiten stehen einerseits den Mitgliedern des Vereins als Versammlungsraum zur Verfügung, er ist aber auch für andere Aktivitäten offen. So treffen sich hier wöchentlich Jugendliche von jewpoint, der jüdischen Studentenschaft Basel, ferner finden vereinzelte Vorträge statt. Waldmanns Ansicht nach sollten die Wohnungen im Haus, die heute vornehmlich von Studierenden gemietet werden, künftig wieder älteren, bedürftigen Menschen zur Verfügung stehen. Er vertritt seine Pläne klar und transparent, IGB-Präsident Guy Rueff aber gibt sich auf Nachfrage von tachles noch zurückhaltender. Er sagt auf Nachfrage: «Es wird frühestens im Jahre 2010 darüber nachgedacht, dieses Haus mit Hilfe des Vereins La Charmille eventuell wieder dem ursprünglichen Zweck von Alterswohnungen zuzuführen.» Im Moment konzentriere sich der Verein La Charmille vor allem darauf, sein neu erworbenes Nachbarhaus für Alterswohnungen umzubauen – und daher würden die Überlegungen erst später beginnen.


