logo
24. Juli 2009, 9. Jahrgang, Ausgabe 30 Ausgabe: Nr. 30 » July 23, 2009

Wichtige Zeitdokumente

von Hella Elbaum, July 23, 2009
Fasziniert von den Lebensgeschichten von Menschen, gründete die Psychologin Jeannine Mirjam Zeirah gemeinsam mit Eitan Eini das Projekt «Lebende Geschichte». Im Rahmen dieses Unternehmens bietet sie verschiedene Formen der Lebensdokumentation an.

Innerhalb des vor einem Jahr gegründeten Projekts «Lebende Geschichte» bietet Jeannine Mirjam Zeirah gemeinsam mit drei Kolleginnen verschiedene Formen der persönlichen Lebensdokumentation an. In Alben, Büchern oder Filmen können die Klienten Abschnitte, besondere Anlässe oder auch ihr gesamtes Leben festhalten. Eine professionelle Dokumentation ist garantiert, da sich das vierköpfige Team auf unterschiedliche Bereiche spezialisiert hat: Zeirah selbst führt die Interviews, die als Grundlage für Buch, Album oder Film dienen. Als erfahrene Psychologin kann sie auf die individuellen Bedürfnisse der Klienten eingehen und so ein massgeschneidertes Ergebnis erzielen. Eine israelische Kollegin Zeirahs ist für das Layout des Buchs und die Gestaltung der Website «Lebende Geschichte» zuständig. Für die Gestaltung der Fotoalben und Filme ist die ebenfalls in Israel lebende Regisseurin und Schauspielerin verantwortlich . Die Vierte im Bunde ist Viviane Rueff. Die Fachfrau ist im kommunikativen Bereich ausgebildet und übernimmt den werbespezifischen Teil des Projekts «Lebende Geschichte».

Zahlreiche Varianten

Eine Lebensdokumentation können sowohl junge und alte wie auch gesunde oder kranke Menschen erstellen lassen. Die Dokumente entstehen dabei auf verschiedene Weise. Das Buch basiert auf Interviews mit dem Auftraggeber und ihm nahestehenden Personen, die mit einem digitalen Aufnahmegerät festgehalten und dann niedergeschrieben werden. Das Fotoalbum hingegen wird hauptsächlich aus schon bestehenden Fotos gestaltet und von den Projektverantwortlichen als eine Art Ergänzung zum Buch angesehen. Qualitativ schlechte Bilder werden vom professionellen Team verbessert und die ausgewählten Bilder werden digitalisiert, um sie für die Zukunft zu erhalten. Welche Bilder es schlussendlich ins Fotoalbum schaffen, entscheidet, gleich wie bei der Auswahl zur Buchvorlage, der Auftraggeber. Buch und Fotoalbum werden jeweils in optisch und qualitativ hoch stehender Bindung geliefert. Auf Nachfrage wird auch ein individuell gestalteter Film angeboten. In einem ersten Treffen werden, ähnlich wie beim Buch, die persönlichen Vorstellungen des Auftraggebers besprochen. Ausserdem sollte der Klient verschiedene Daten wie Fotos, Dokumente, Filmmaterial oder Tonträger, die er im Film integrieren möchte, mitbringen. Wer lieber aktuelle Aufnahmen möchte, dem wird ein Dreh mit der Familie und anderen ausgewählten Menschen angeboten. Das Design der DVD wie auch die DVD-Hülle sind individuell gestaltet.

Grosser Gewinn

Zeirah ist fasziniert von den Menschen und ihren verschiedenen Geschichten. «Das ist der Ursprung dieser Idee», erzählt sie. Die Psychologin findet, Geschichten von anderen zu hören gebe den Menschen etwas. «So ein Projekt unterstützt die eigene Identitätsbildung, auch kann so der Generationenaustausch gefördert werden. Man mag denken, solch eine Produktion könne bei vielen Menschen, vor allem jenen mit einer Vergangenheit unter der Herrschaft des Nationalsozialismus, alte Wunden aufreissen. Um das geht es aber bestimmt nicht», sagt sie und erklärt: «Die eigene Geschichte zu rekapitulieren ist ein grosser Gewinn, ein heilender Prozess für einen selbst und für das ganze Umfeld.» Diese Ansicht vertritt Zeirah mit ihrem Projekt und unterstreicht sie mit einem Zitat des Literaturnobelpreisträgers Gabriel García Márquez: «Nicht, was wir gelebt haben ist das Leben, sondern das, was wir erinnern und wie wir es erinnern, um davon zu erzählen.»





» zurück zur Auswahl