Transparenz?
Vergangenes Jahr erwirtschaftete die in Zug ansässige Rohstoffhandelsfirma Glencore unter CEO Ivan Glasenberg einen Umsatz von 152,2 Milliarden Dollar. Bisher gab das 1974 von Marc Rich als Marc Rich & Co. AG gegründete Unternehmen ausser Bilanzsumme und Umsatz keine weiteren Zahlen bekannt. Dies könnte sich nun ändern: Anscheinend denkt man bei Glencore über einen Gang an die Börse nach, erste Gespräche mit Banken seien schon geführt worden. Im Falle einer Börsenkotierung müsste die Firma, die letztes Jahr den Public Eye Swiss Award als unverantwortlichster Konzern erhielt, einiges an Interna offenlegen. Der allfällige Börsengang scheint Gerüchte zu bestätigen, dass Glencore vom Einbruch der Rohstoffpreise überrascht worden ist. Rich, der 1983 von einem US-Gericht in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt und 2001 von Präsident Bill Clinton begnadigt wurde, hat 1994 alle seine Anteile an der Firma an das Management verkauft; seit 2002 firmiert Glasenberg als CEO.


