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5. Juni 2009, 9. Jahrgang, Ausgabe 23 Ausgabe: Nr. 23 » June 4, 2009

Gemeinsam gegen Malaria

von Hella Elbaum, June 4, 2009
Eine Wohltätigkeitsorganisation, die 2004 in Amerika gegründet wurde, fasst nun dank drei jungen, engagierten Frauen Fuss in der Schweiz.
EINSATZ FÜR DIE MENSCHLICHKEIT Adina Rom und Dina Pomeranz

Während Forschungsarbeiten in Kenia entdeckten die Entwicklungsökonomin Pascaline Dupas und die NGO-Koordinatorin Carol Nekesa die Effizienz von simplen Moskitonetzen im Kampf gegen Malaria neu. Daraufhin entwickelten sie 2004 das Projekt Tamtam, was für «together against malaria» steht. Dabei werden mit Spenden finanzierte Moskitonetze gratis an ländliche Krankenhäuser verteilt. Dieses System ist in vielerlei Hinsicht äusserst wirksam für die Entwicklung in den betreffenden Regionen. Werdende Mütter und Kinder werden vor Malaria geschützt, was nach wissenschaftlichen Erkenntnissen die Kindersterblichkeit um bis zu 20 Prozent gesenkt hat. Gleichzeitig kommen mehr Mütter zu Untersuchungen in die betreffenden Spitäler, da sie wissen, dass dort gratis Moskitonetze verteilt werden. Auf diesem Wege können andere Krankheiten oder Unterernährung bei den betreffenden Personen ebenfalls behandelt werden. Die Unterstützung von Tamtam ist nicht teuer: Interessierte Spender können ab sieben Dollar ein Moskitonetz für die Organisation spenden und nach Afrika transportieren lassen. Sämtliche Arbeiten, die das Projekt mit sich bringt, werden unentgeltlich geleistet.
Das zweite Land, das nach Amerika an dieser Aktion beteiligt ist, ist die Schweiz. Die Idee kam durch Dina Pomeranz in die Schweiz. Die Entwicklungsökonomin gründete kürzlich den Verein Schweizer Freunde von Tamtam. Gemeinsam mit den Politologinnen Adina Rom und Nina Bandi sitzt sie im Vorstand der Schweizer Freunde von Tamtam. Die Organisation wird hier, ebenso wie in Amerika, von zahlreichen Wissenschaftlern unterstützt. So sitzt im Beirat des Vereins neben Michael Kremer unter anderem auch alt Nationalrätin Barbara Haering. Tamtam ist in der Schweiz als gemeinnützige Institution anerkannt, die Spenden können von den Steuern abgezogen werden.
«Wer einem Menschen das Leben rettet, der rettet das ganze Universum. Das steht im Talmud», sagt Adina Rom, Co-Vizepräsidentin der Schweizer Freunde von Tamtam. Die junge Frau betrachtet es als jüdische Pflicht, Menschen in Not zu helfen und zu versuchen, die Welt zu verbessern. «Für mich ist das einer der wichtigsten Aspekte des Judentums», fährt sie fort. Rom, die bereits an der Schweizer Jugendvertretung der Uno-Generalversammlung teilnahm, ist überzeugt davon, dass es genug Menschen gibt, die für einen guten Zweck spenden wollen. «Viele wissen einfach nicht, wohin sie spenden sollen», erklärt sie. «Deshalb ist es wichtig, dass Tamtam einem möglichst grossen Publikum bekannt gemacht wird, denn die Methode von Tamtam ist erwiesenermassen eine der effizientesten, um Leben zu retten.»  

www.tamtamafrica.ch.





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