Beobachter
Der 1894 in Brody geborene Schriftsteller studierte in Wien, bis er sich 1916 freiwillig für den Ersten Weltkrieg meldete. Der Tod von Kaiser Franz Joseph I. im selben Jahr kennzeichnete das Ende der ihm vertrauten Welt. 1920 siedelte Roth nach Berlin über, wo er für das Feuilleton der «Frankfurter Zeitung» tätig war. Er führte ein unstetes Leben und trank heftig. Seine Liebesbeziehungen waren meist glücklos und scheiterten nicht selten an seiner extremen Eifersucht. Doch Roths Ruhe¬losigkeit ging einher mit einer hohen Produktivität. Am Tag der Machtergreifung Hitlers verliess er Deutschland, seine Bücher wurden verbrannt. Obwohl Roth auch im Exil noch publizieren konnte, wurde seine finanzielle Lage immer schwieriger. Sein letztes Werk «Die Legende vom heiligen Trinker» erzählt von einem gescheiterten Alkoholiker, der im Tod zurück in die Heimat findet. Joseph Roth starb vor 70 Jahren am 27. Mai 1939 in Paris im Armenspital Hôpital Necker. [TA]


