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30. April 2009, 9. Jahrgang, Ausgabe 18 Ausgabe: Nr. 18 » April 29, 2009

Verstärkung gesucht

von Gisela Blau, April 29, 2009
Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund sucht ein siebtes Mitglied für die Geschäftsleitung. Laut Statuten ist diese nicht vollzählig.

Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) will selber nach geeigneten Persönlichkeiten Ausschau halten. Einige Angefragte hätten jedoch abgesagt, bestätigt SIG-Präsident Herbert Winter. «Wir haben uns sehr bemüht, ein siebtes Mitglied für die Geschältsleitung zu finden», sagt er, «und wir hoffen, dass wir für diese attraktive Führungsposition bald die richtige Lösung finden werden.» Der SIG sollte durch sieben Mitglieder der Geschäftsleitung (GL) geführt werden, die sich selber konstituieren und die Ressorts unter sich aufteilen.

Statuten nicht mehr zeitgemäss

Die Ergänzung der GL wurde notwendig, weil die bisherige Kulturverantwortliche Gabrielle Rosenstein das Präsidium des Verbandes Schweizerischer Jüdischer Fürsorgen (VSJF) statt der zurückgetretenen Doris Krauthammer übernommen hat. Seither führt sie interimistisch zwei Ressorts. «Ich mache es gerne, aber es ist mit sehr viel Arbeit verbunden», sagt Gabrielle Rosenstein. Für sie liegt die Lösung des Problems allerdings nicht einfach in der Suche nach einem siebten GL-Mitglied: «Ich denke, dass die Statuten nicht mehr zeitgemäss sind», sagt sie. «Wir sollten an der bevorstehenden Delegiertenversammlung eine entsprechende Statutenrevision traktandieren. Weshalb müssen es unbedingt sieben GL-Mitglieder sein? Man könnte doch eine Minimal- und eine Maximalzahl festschreiben.» Ausserdem, so Rosenstein, sollte die Territorialklausel nicht mehr gelten. Schliesslich ist diese auch für die Bundesratswahl gefallen. Es sollte niemand von einer GL-Position ausgeschlossen werden, weil beispielsweise bereits zwei Mitglieder aus Zürich stammen: «Die demografische Verteilung der Juden in der Schweiz entspricht nicht mehr den Tatsachen aus der Zeit, in der die Statuten entstanden. In den Kleingemeinden mit ihren wenigen Mitgliedern finden sich nicht mehr unbedingt Leute, die für die Kultur oder für die Finanzen des SIG verantwortlich sein wollen oder können.»

Die Frage nach der Amtszeit

Ein weiteres dringendes Anliegen hat sich für Gabrielle Rosenstein seit ihrer Übernahme des VSJF-Präsidiums ergeben: Die Amtsdauer dieser Funktion. «Die Amtszeit-Guillotine von zwölf Jahren in der GL dürfte für dieses Amt nicht gelten», sagt sie. Weil sie es im neunten GL-Jahr übernahm, könne sie es nur vier Jahre lang ausüben. «Das ist viel zu wenig», sagt Rosenstein. «Bis ich die Einarbeitung geschafft, alle notwendigen Kontakte zu Behörden und Organisationen geknüpft und das Computersystem modernisiert habe, muss ich schon fast wieder gehen.» Sie hat auch dieses Thema bereits mit der GL besprochen und würde es gerne an der nächsten Delegiertenversamlung traktandiert sehen: «Wer das VSJF-Präsidium übernimmt, notabene ein Ehrenamt, soll es volle zwölf Jahre ausüben können.» Auch sie ist bereit, zwölf Jahre zu bleiben, statt nach vier Jahren abzutreten, denn dann würde nach ihrer Auffassung der ganze Aufwand der ersten Zeit verloren gehen. Sie lässt dabei offen, ob das VSJF-Präsidium unter neuen Vorzeichen weiterhin innerhalb der GL oder vielleicht sogar ausserhalb mit loser Anbindung positioniert sein sollte.





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