Spontane Hilfe für Elie Wiesel
Der Friedensnobelpreisträger hat fast sein gesamtes Privatvermögen und sämtliche Rücklagen seiner humanitären Stiftung in Höhe von 15,2 Millionen Dollar verloren. Inzwischen sind bei der Wiesel Foundation for Humanity rund 400 000 Dollar an Spenden eingegangen, fast überwiegend in kleinen Beträgen bis zu 100 Dollar. Die Stiftung unterstützt unter anderem Bildungsanstalten in Israel. Wie Wiesels Frau Marion erklärt, gingen zahlreiche Spenden dem Paar persönlich zu: «Das Geld kam von Leuten, die wir nicht kennen und von Orten, an denen wir nie gewesen sind», so Marion Wiesel. Das Paar hat sämtliche Beträge dann an seine Stiftung weitergegeben.
Jüngst haben die ehemaligen Studenten der Boston University, an der Wiesel seit 30 Jahren eine Professur für Geisteswissenschaften hält, zu einer Spendenaktion für die Stiftung des im rumänischen Sighet geborenen Schriftstellers aufgerufen. Die Boston-Alumni wollen eine Million Menschen zu einer Spende von sechs Dollar bewegen, um an die sechs Millionen Holocaust-Opfer zu erinnern.
Wiesel hat seinem Leidensweg durch die Vernichtungslager in seinem Roman «Nacht» dargestellt. Zu Madoff hat sich der vielfach ausgezeichnete Aktivist für Toleranz und Menschlichkeit erst nach längerem Schweigen geäussert. Dann erklärte Wiesel bei einer Diskussionsveranstaltung in New York, er könne Madoff nicht verzeihen, dass er das Vertrauen so vieler jüdischer Investoren und Stiftungen so brutal missbraucht hat: «Ich wünsche ihm, dass er in einer Einzelzelle landet und vor einem Bildschirm sitzt. Darauf sollten fünf Jahre lang Tag und Nacht Bilder seiner Opfer zu sehen sein.»


