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27. März 2009, 9. Jahrgang, Ausgabe 13 Ausgabe: Nr. 13 » March 26, 2009

Sicherheitsmassnahmen verzögern sich

von Valerie Dopgen, March 26, 2009
Obwohl sich die Mitglieder der Israelitischen Gemeinde Basel für erhöhte Sicherheit auf ihrem Areal ausgesprochen habe, werden die geplanten Massnahmen nun doch nicht – wie ursprünglich angekündigt – vor Pessach umgesetzt werden.

Nachdem die Mitglieder der Israelitischen Gemeinde Basel (IGB) im Januar 2008 an der ordentlichen Gemeindeversammlung den neu geplanten Sicherheitsmassnahmen mit grosser Mehrheit zugestimmt haben, lassen sich die Vorhaben nun doch weniger schnell realisieren, als ursprünglich erhofft. Geplant ist nach wie vor, den Haupteingang an der Leimenstrasse durch eine zweite innere Toranlage sowie durch eine Porte zu ergänzen, die bewacht wird, wenn sich Kinder auf dem Gemeindeareal befinden oder Veranstaltungen in der Grossen Synagoge stattfinden. Ferner soll eine Servicetür mit einem Kartenleser installiert werden, die den Einlass der Besucher kontrollieren soll. Sämtliche Zutritte von der Leimen¬strasse sollen künftig mit Hilfe einer Videoanlage überwacht werden, ferner wird ein Call-Center engagiert, das im Notfall Anweisungen geben und reagieren kann.

Grabarbeiten auf dem Synagogenhof

Gerade wegen der Überwachung ergeben sich nun zeitliche Verzögerungen. Der Präsident der IGB Guy Rueff betont gegenüber tachles, dass sich vor allem im Bereich der Übermittlung und der Überwachungsanlage unvorhergesehene Schwierigkeiten bei der Umsetzung ergeben. So habe man geglaubt, die Daten könnten per Funk übermittelt werden – heute aber steht fest, dass Leitungen verlegt werden müssen. Die Kabel müssen unterirdisch durch den Synagogenhof geführt werden, was laut Rueff zu grösseren Grabarbeiten führt. Diese sollen nun in einzelnen Schritten durchgeführt werden, da sich der Hof sonst in eine zu grosse Baustelle verwandeln würde. Für die geplante Verkabelung und die damit verbundenen Arbeiten musste der Gemeindevorstand neue Offerten einholen, auch dieser Vorgang hat die Baumassnahmen erneut verzögert. Rueff erklärt: «Vor den Feiertagen passiert – wie ursprünglich geplant und versprochen – jetzt leider nichts. Wir hoffen, nach Pessach endlich beginnen zu können.» Ziel sei es, die Arbeiten nun bis Schawuot, Ende Mai, beendet zu haben.

Keine Mehrkosten

Die zeitliche Verzögerung ist – sollten die neuen Ziele eingehalten werden können – nicht dramatisch, auch Mehrkosten entstehen nach Einschätzung des Präsidenten nicht. Er betont aber auch, dass gerade zu Zeiten des Gaza-Kriegs die Aussicht auf bald erhöhte Sicherheit auf dem Areal beruhigend gewesen sei; aber, so räumt Rueff ein: «Der Teufel steckt nun einmal im Detail». So hätten im Vorfeld der Bauarbeiten viele Fragen geklärt werden müssen, auch diejenige nach einem sicheren Parkplatz für die Kindergartenbusse während der Bauzeit.
Langfristiges Ziel der IGB ist es vor allem, ihren Mitgliedern, Mitarbeitenden und Besuchern künftig einen höheren Schutz zu bieten sowie einen höheren Gefahrenschutz für die Gebäude und das Mobiliar zu ermöglichen. Initiiert wurden die erhöhten Sicherheitsmassnahmen von dem ehemaligen Gemeindepräsidenten René Spiegel, der bereits im Januar des vergangenen Jahres auf die Dringlichkeit des Projekts aufmerksam gemacht hatte. Da die Aufwendungen für eine erhöhte Sicherheit aus Rückstellungen finanziert werden sollen, haben die Verzögerungen und eventuell doch auftretende erhöhte Kosten keine Auswirkungen auf das laufende Budget der Gemeinde.





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