Boomendes Geschäft trotz Krise
Weder die Wirtschaftskrise noch die Sicherheitslage haben vermocht, den Run der israelischen Skifahrer auf verlockende Ferienpakete auszubremsen. Nach einem Reservationstief im Januar und zahlreichen Annullierungen wegen der Operation «Gegossenes Blei» im Gazastreifen haben israelische Sportsfreunde im Februar wieder begonnen, Skiferien zu buchen.
Damit nicht genug: Die Zahlen für den Monat März liegen nach Angaben von Nathalie Harel von der Abteilung für Ski und Ferien im Reisebüro Ophir Tours um 15 Prozent höher als die Vergleichwerte von 2008. Während des Purimfestes wurden, wie in früheren Jahren, ausgesprochen viele Familien-Skiferien gebucht.
Stabiler Bereich
Der Sektor der Skiferien gilt in Israel als einer der stabilsten Bereiche der Tourismusindustrie, doch das gewaltige Aufgebot an Reservesoldaten für den Gaza-Krieg im Januar, hat, zusammen mit der grossen Zahl an Entlassungen in den letzten Monaten, sogar diesen stabilen Sektor erschüttert. Schätzungsweise 30 000 bis 40 000 Israeli machen jedes Jahr Skiferien. Die Durchschnittskosten für ein typisches Skiferienpaket pro Person liegen bei 1000 Euro. Das lässt die Gesamteinnahmen des Sektors pro Jahr auf weit über 30 Millionen Euro ansteigen. Trotz der Zunahme der Reservationen für Skiferien in den letzten zwei Monaten gibt es in diesem Jahr laut Nathalie Narel doch einige spezifische Unterschiede gegenüber früheren Jahren: «Normalerweise ist der Februar der Monat mit der grössten Nachfrage nach Skiurlauben. Entsprechend hoch sind auch die Preise. Dieses Jahr ist der März der typische Nachfrage-Monat – und die Preise übertreffen jene des Februars.»
Skifahren im April
Ein weiterer Faktor, der die Skiferien dieses Jahr im Kalender gegenüber früher weiter nach hinten geschoben hat, ist der starke Schneefall, der in diesem Winter Europa heimgesucht hat. Das erlaubt den Skifahrern, ihre Ferien sogar noch für den April zu buchen. Entsprechend ist die Zahl der Buchungen für diesen Monat laut Harel dieses Jahr klar höher als in der Vergangenheit.
Auch Club Med bestätigt, dass dieses Jahr mehr Skiferien gebucht worden sind als 2008, obwohl der Krieg in Gaza zunächst für eine grosse Zahl von Annullierungen gesorgt hatte. Die wachsenden Zahlen bedeuten aber nicht, dass die Wirtschaftskrise keinen Einfluss gehabt hat. Israelische Skifahrer mögen ihrem Sport verfallen sein und sind nicht gewillt, ihn aufzugeben. Trotzdem senken sie ihre Ausgaben, indem sie nicht mehr in so eleganten Hotels wohnen wie noch vor einem Jahr oder indem sie die luxuriösen Ski-Orte in Europa meiden und den Kauf einer neuen Skiausrüstung auf den kommenden Winter verschieben.


