Kürzung des privaten Wasserkonsums?
Die israelische Wasserbehörde bereitet Massnahmen vor, um den jährlichen Wasserverbrauch der israelischen Bevölkerung auf 105 Kubikmeter pro Kopf zu beschränken. Das würde dem Durchschnittskonsum des Jahres 2008 entsprechen. Das verkündete Michael Zaida, Leiter der strategischen Planungsabteilung der Wasserbehörde. Zaida sprach im Rahmen einer vom Landwirtschaftsministerium durchgeführten Konferenz über Kürzungen der Wasserzuteilungen.
Der Plan soll nicht auf eine Rationierung des Wasserkonsums hinauslaufen, sondern will die Konsumenten dazu bringen, durch das Anbieten von speziellen Anreizen Wasser zu sparen. Zaida präzisierte, dass die Beschränkung des städtischen Wasserkonsums bis ins Jahr 2020 rund 235 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr einsparen wird. Der Konsum in den Haushalten liegt heute bei 90 Liter pro Person und Tag. Die Verwirklichung des Plans hängt erstens von Investitionen und zweitens von den Bemühungen der privaten Haushalte ab, Wasser zu sparen.
Gemäss Prognosen der Wasserbehörde würde der Wasserverbrauch in den Haushalten, sollte er nicht eingeschränkt werden, im nächsten Jahrzehnt mit einer jährlichen Wachstumsrate von einem Kubikmeter pro Person zunehmen. Dem will die Behörde entgegenwirken. Zaida unterstrich, dass es keinen anderen Weg gebe, als den städtischen und landwirtschaftlichen Wasserverbrauch zu bremsen. An der Konferenz enthüllte der Leiter der strategischen Planungsabteilung der Wasserbehörde zudem Daten, die darauf hinweisen, dass die Bauern durch die für 2009 vorgesehenen Kürzungen bei der Wasserzuteilung einen Verlust von 630 Millionen Schekel erleiden werden. Das ist zweieinhalbmal so viel wie der vor zwei Monaten für ihre Kompensation budgetierte Betrag. Zaida fügte hinzu, dass die Daten den der Umwelt und der Landschaft zugefügten Schaden nicht einschliessen würden. Dieser könnte sich nach Ansicht verschiedener Forschungsorganisationen auf 60 Millionen Schekel pro Jahr belaufen. Ferner betonte Zaida, dass die gegenwärtige Wasserkrise vollkommen hätte vermieden werden können, hätte die Regierung den von ihr selber abgesegneten Gesamtplan 2002–2010 für Investitionen in Wasservorkommen in die Tat umgesetzt.
Die jüngsten Niederschläge haben die Wasserreserven, so Zaida, nur geringfügig aufgefüllt und die akute Lage nicht gelindert. Letztes Jahr konnten nur 50 Millionen Kubikmeter Wasser aus dem Kinneret-See gepumpt werden, während es in früheren Jahren 300 Millionen Kubikmeter gewesen waren.
Landwirtschaftsminister Shalom Simhon hat die Bauern darauf aufmerksam gemacht, dass weitere Kürzungen der Wasserzuteilung im laufenden Jahr eine durchaus realistische Möglichkeit seien. «Es besteht die Gefahr», so Simhon, «dass die Landwirtschaft infolge einer Kombination von Wasser- und Wirtschaftskrise zerstört wird. Hunderttausende Quadratmeter Obsthaine auf den Golanhöhen sind von der Zerstörung bedroht, und diese werden nicht neu gepflanzt werden.»


