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20. Februar 2009, 9. Jahrgang, Ausgabe 08 Ausgabe: Nr. 8 » February 19, 2009

Geschichte

Esther Müller, February 19, 2009
Er war einer der angesehensten Mittelalterhistoriker des 19. Jahrhunderts,

doch der akademische Werdegang von Philipp Jaffé spiegelt die Diskriminierungen, die jüdische Gelehrte seiner Zeit zu ertragen hatten. 1819 in der Provinz Posen geboren, arbeitete er zuerst als Bankangestellter, bevor er sein Studium in Berlin aufnahm. Grosse Anerkennung erfuhr Jaffé für sein 1851 erschienenes Werk «Regesta Pontificum Romanorum ab Condita Ecclesia ad Annum p. Ch. n. 1198», das mehr als 11000 Dokumente des Heiligen Stuhls umfasste. Dennoch fand er als jüdischer Historiker keine Anstellung und entschloss sich deshalb für ein Medizinstudium. Nach seiner Graduierung eröffnete sich für Jaffé dennoch die Möglichkeit, Mitherausgeber der «Monumenta Germaniae Historica» zu werden, die er 1863 in Unfrieden verliess. Der Herausgeber Georg Friedrich Pertz hatte Jaffés Weiterkommen systematisch behindert. Obwohl Jaffé 1862 der erste ausserordentliche jüdische Professor in Preussen wurde, erholte sich der Historiker nicht von den Anfeindungen. 1870 nahm sich Philipp Jaffé das Leben. Am 17. Februar jährte sich sein Geburtstag zum 190. Mal.


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