unabhängig
Haffner, der 1907 als Raimund Pretzel in eine angesehene Familie in Berlin geboren wurde, studierte zwar Jura, doch in Hitlers Deutschland stand es für ihn ausser Frage, im Staatsdienst zu arbeiten. So emigrierte er mit seiner Freundin nach England, arbeitete dort lange Zeit als Journalist für die angesehen Zeitung «Observer» und erklärte mit «Germany. Jekyll & Hyde» 1940 den Engländern ihre Feinde. Politisch entzog sich der Journalist, der 1954 in die BRD zurückkehrte, dem «Rechts-Links-Denken» – was ihm Feinde wie manchmal auch Freunde vorwarfen. Neben seiner Tätigkeit als Kolumnist des «Stern» schrieb Haffner mehrere Bücher, hauptsächlich zur deutschen Geschichte; davon waren die 1978 erschienenen «Anmerkungen zu Hitler» sein grösster Erfolg. Das Manuskript von 1939, das nach seinem Tod so viel Aufsehen erregte, spiegelte nochmals seinen Scharfsinn, seinen Weitblick und seine Unabhängigkeit. Am 2. Januar hat sich Sebastian Haffners Todestag zum zehnten Mal gejährt. [TA]


