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24. Dezember 2008, 8. Jahrgang, Ausgabe 52/01 Ausgabe: Nr. 52 » December 23, 2008

Zwiespalt

December 23, 2008
Es gab Zeiten, in denen sich Jakob Wassermanns Romane besser verkauften als die seines Freundes Thomas Mann.
Jakob Wassermann

Die grössten Erfolge feierte der 1873 in Fürth geborene Schriftsteller und Essayist während der Weimarer Republik. Jakob Wassermann veröffentliche 1896 seinen Erstlingsroman «Melusine». Nur ein Jahr später folgte der Roman «Die Juden von Zirndorf», der wohlwollend aufgenommen wurde. Die Frage nach der jüdischen Identität und Geschichte sollte ein Leben lang im Zentrum von Wassermanns Denken und Schreiben stehen. Der Religion entfremdet, von seiner nicht jüdischen Umwelt jedoch stets als Jude wahrgenommen, reflektierte der Autor in Schriften wie «Mein Weg als Deutscher und Jude» über seine Identität, die er stets als gleichzeitig deutsch und jüdisch empfand. Jakob Wassermann, dessen berühmtester Roman «Der Fall Maurizius» ihn weltbekannt macht, starb am 1. Januar 1934 verarmt, seine Bücher waren von den Nationalsozialisten verbrannt und verboten worden, in Altaussee. Seine Texte, nach dem Krieg neu aufgelegt, fanden nie wieder eine so breite Leserschaft wie zu seinen Glanzzeiten.    [TA]


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