In der Krise
Israels Automarkt gerät allmählich ebenfalls in den Strudel der globalen Wirtschaftskrise. Mit 10 148 verkauften neuen Wagen lag das Ergebnis im November 2008 um nicht weniger als 38 Prozent unter dem Vergleichergebnis vom November 2007 (16 439). Mit Ausnahme von Volkswagen (plus acht Prozent) veröffentlichten alle Autoimporteure für den Berichtsmonat rückläufige Resultate. An der Spitze der Umsatzverluste lag Mazda (minus 62 Prozent), gefolgt von Toyota (minus 41 Prozent) und Hyundai (minus 30,5 Prozent). Bemerkenswert ist auch der Wechsel an der Spitze, hat Hyundai doch zum ersten Mal seit Monaten wieder Mazda von der Spitze der Umsatzliste verdrängen können. Jene Hersteller, die in Israel vor allem an Private verkaufen, drängten im November 2008 nach oben. Volkswagen fuhr mit 766 Wagen auf Rang vier, und Citroën musste zwar einen Rückgang von 24 Prozent in Kauf nehmen, belegt mit seinen 643 abgesetzten Fahrzeugen im November 2008 aber immerhin noch Rang fünf. Chevrolet hingegen, in der letzten jährlichen Verkaufliste noch auf Rang vier zu finden, musste sich nun mit 513 abgesetzten Fahrzeugen mit dem achten Rang begnügen.
Luxusmarken fahren besser
Auf dem Luxusmarkt belegte im Berichtsmonat Mercedes-Benz mit 183 verkauften Wagen den ersten Platz, allerdings hart gefolgt von Audi mit 179 Wagen. Für Uri Lahav, Leiter der Volkswagen-Abteilung des Importeurs Champion Motors, belegen diese Verkaufszahlen die Präferenzen des privaten Konsumenten im Gegensatz zu den Leasing-Firmen. «Der Schaden unter privaten Käufern ist geringer, weshalb die Verlangsamung der Wirtschaftstätigkeit uns nicht so sehr getroffen hat», sagte er. Etwas differenzierter sieht es Amir Menis, Verkaufs-Vizepräsident bei Peugeot-Citroën: «Schwer zu sagen, ob die jüngsten Verbilligungsaktionen, die wir durchgeführt haben, nötig waren, doch sie haben es uns ermöglicht, die Verkaufstätigkeit fortzusetzen.»
Rezessions-Atmosphäre
Für die Rückgänge bei den Autoverkäufen in Israel haben zuständige Kreise in der Automobilindustrie verschiedene Gründe auf Lager. An erster Stelle steht die Erwartung wesentlicher Preisabschläge im Januar, wenn der Zoll und andere massgebliche Stellen die Klassifikationen der Autos aktualisieren. Gleichzeitig warnt man aber davor, allzu grosse Hoffnungen in diese Entwicklung zu setzen. Ein weiterer Grund für die Zurückhaltung potenzieller Käufer ist die Tatsache, dass das Jahr 2009 trotz der Veränderung in der Kalkulation eines Modelljahres durch das Transportministerium als neues Modelljahr betrachtet wird. Gemäss dem neuen Gesetz beginnt «die biologische Uhr» eines Wagens in dem Monat zu ticken, in dem das Gefährt auf die Strasse kommt, und nicht mehr in dem Jahr, in dem er «erzeugt» worden ist.
Leasing-Firmen nennen zwei weitere Gründe für die Suspendierung ihrer Käufe: Finanzierungsprobleme infolge der Kreditklemme der Banken und rückläufige Nachfrage von Gesellschaften mit einer Wagenflotte. Zu diesen Gründen kommt die allgemeine Rezessions-Atmosphäre hinzu, die die Konsumenten veranlasst, grössere Anschaffungen wenn möglich zu verschieben.


