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28. November 2008, 8. Jahrgang, Ausgabe 48 Ausgabe: Nr. 48 » November 27, 2008

Schmugglerring aufgeflogen

von Jaques Ungar, November 27, 2008
Israelische Bürger waren führend am Versuch einer Schmuggelbande beteiligt, Kokain im Wert von über 600 Millionen Franken von Peru aus in Europa, Afrika und im Nahen Osten abzusetzen. Dank internationaler Polizeikooperation konnte einer der grössten je geplanten Drogendeals vereitelt werden.
AUFGEFLOGEN Ein internationaler Schmuggelring wollte Kokain im Wert von 600 Millionen Franken nach Israel verschiffen

Die israelische Drogenszene machte diese Woche wieder einmal betrübliche Schlagzeilen. So wurde am Dienstag die Nachricht zur Veröffentlichung freigegeben, dass die Haifaer Polizei schon vor drei Monaten die israelischen Mitglieder einer internationalen Drogenschmuggelbande verhaftet hat, die anderthalb Tonnen Kokain in Europa, Afrika, aber auch im Nahen Osten, so auch in Israel, absetzen wollte. Der Detailhandelswert des Kokains wird von der Polizei mit umgerechnet rund 620 Millionen Franken beziffert, was die Affäre zu einem der grössten Drogenskandale weltweit, sicher aber in der Geschichte Israels macht. Die israelischen Verdächtigten stammen alle aus der Region Haifa.

Ehemaliger Fussballschiedsrichter

Geleitet wurde der internationale Ring von Moshe Elgrably aus Magdim, einem ehemaligen Fussballschiedsrichter, der zur Zeit im Ausland flüchtig ist, und von Morris Abdelhek aus Kiryat Yam, der zusammen mit vier peruanischen Verdächtigten in Peru in Untersuchungshaft sitzt.
Die Polizei, die mit ihren getarnten Observationen vor sechs Monaten begonnen hatte, war diese Woche noch eher zurückhaltend mit Informationen, da noch nicht alle Mitglieder der Schmuggelbande verhaftet werden konnten. Immerhin wurde bekannt, dass das Rauschgift in drei Razzien an verschiedenen Orten in der Welt sichergestellt werden konnte. Unter anderem wurde die Ware in zwei Schiffscontainern gefunden, einer von ihnen auf einem Schiff, das von Peru aus in See stach, nach Chile und von dort zum spanischen Valencia fuhr, von wo aus die Weiterreise nach Jordanien geplant gewesen war. Von dort aus hätte das Kokain nach Israel geschmuggelt werden sollen. «Wir hatten genug gesehen und waren bereit, die Sendung in Valencia zu beschlagnahmen», erklärte Michael Shafshak von der Zentraleinheit der Küstenpolizei gegenüber der «Jerusalem Post». Er betonte auch die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den Polizeikräften in allen Ländern, durch welche die Ware passierte.

Professionelle Bande

Die Schmuggler hatten das Kokain professionell in Metallschneidmaschinen versteckt, die dann auf die Schiffe verladen wurden. Die Angehörigen der Bande wurden von Ronny Atiya, dem Kommandanten der Küstenpolizei, als «unmoralische Figuren» bezeichnet, die der Gesellschaft Schaden zufügen wollten. «Ich bin froh, dass es der Polizei gelungen ist, diese Absichten zu vereiteln», meinte er. Dadurch, dass Behörden verschiedener Länder dieses internationale Drogengeschäft vereiteln konnten, dürfte der Rauschgiftmarkt in verschiedenen Ländern vorübergehend austrocknen.
In einem anderen Fall hat ein thailändisches Gericht am Dienstag zwei vor einem Jahr verhaftete Israeli wegen Drogenschmuggels zum Tode verurteilt. Vladimir Akronik und Alon Makhlouf waren in Bangkok verhaftet worden, als sich in ihrem Besitz 23 000 Ecstasy-Pillen befanden. Dem Vernehmen nach wollte das Duo die Ware in Japan, Australien und den USA verkaufen. Das israelische Aussenministerium ist in den Fall einschaltet und versucht, die thailändischen Behörden zu veranlassen, das Todesurteil in eine langjährige Haftstrafe umzuwandeln.





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