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Revue Juive Nr.01 Ausgabe: Nr. 1 » October 15, 2008

Wochenrückblick

von Gisela Blau, October 9, 2008

Kasse. Nun wird auch Liechtenstein zur Kasse gebeten: Die Liechtensteiner Regierungsrätin Andrea Willi traf zu Beginn der letzten Augustwoche Israel Singer, Generalsekretär WJC, «zu einem informellen Gedankenaustausch», wie das Fürstliche Presseamt in einem Communiqué später mitteilte. Elan Steinberg, Exekutivdirektor des WJC, bestätigte der JR dieses Treffen. In diesem Gespräch, so das Vaduzer Presseamt, sei es um Fragen «im Zusammenhang mit der Rolle Liechtensteins während und nach der Zeit des Zweiten Weltkriegs» gegangen. Singer, so heisst es diplomatisch, «präsentierte seine Überlegungen zu diesem Thema». Und die Regierungsrätin habe «diese Möglichkeit des Gedankenaustausches begrüsst und Singers Ausführungen mit Interesse zur Kenntnis genommen». Sie habe dem Kundschafter des WJC berichtet, dass aufgrund der bisher zur Verfügung stehenden Unterlagen bereits eine Aufarbeitungsarbeit stattgefunden habe, soweit die historische Rolle Liechtensteins und die Frage nachrichtenloser Vermögen betroffen seien. Sie informierte den Generalsekretär auch über die Einsetzung einer liechtensteinischen Koordinationsgruppe. Es sei vereinbart worden, erklärte sie, «den Kontakt in dieser Angelegenheit auf Regierungsebene aufrecht zu halten und alle in diesem Zusammenhang interessierenden Beiträge zu prüfen, um die Angelegenheit einer konstruktiven und sachlichen Lösung zuzuführen».

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Hilfe. Den bewundernswerten Berner Gymnasiasten und ihrem Holocaust-Fonds geht nach drei Jahren langsam das Geld aus, wie die «Berner Zeitung» berichtete. 1997, auf dem Höhepunkt der gehässigen Holocaust-Debatte in der Schweiz, wollten die sieben jungen Leute Schoa-Opfern helfen und sammelten Geld. Sie wurden auch von der mittlerweile aufgelösten Stiftung zugunsten von Holocaust-Opfern des Basler SP-Ständerates Gian-Reto Plattner und weiteren Persönlichkeiten unterstützt. Bis heute helfen die Berner Gymeler 86 Roma in Lettland mit monatlich 150 Franken. Die israelische Opferhilfe-Organisation Am-cha erhielt gleich zu Anfang 50 000 Franken. Nun herrscht jedoch Ebbe in der Kasse. Nur noch rund 100 000 Franken liegen auf dem Spendenkonto. Die Gymeler sollten nicht im Stich gelassen werden, und auch nicht die lettischen Roma. Für alle, die helfen wollen, hier das PC-Konto: 12-353 353-9, Kennwort «Solidaritätsfonds für Opfer des Holocaust», 3000 Bern.





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