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Revue Juive Nr.01 Ausgabe: Nr. 1 » October 15, 2008

Wochenrückblick

von Gisela Blau, October 9, 2008

Volcker-Komitee. An den letzten beiden August-Tagen traf sich das Komitee «eminenter Persönlichkeiten» unter Vorsitz von Paul Volcker zu seinem 13. Meeting in New York. Möge die Zahl Glück bringen, denn die Mitglieder berieten über ihren abschliessenden Bericht. Sie liessen sich von jeder der vier Revisionsgesellschaften, Arthur Andersen, Deloitte & Touche, KPMG und PricewaterhouseCoopers, Bericht erstatten. Die Revisoren unterrichteten ihre Auftraggeber über ihre Arbeit in 61 Schweizer Banken, die insgesamt 256 im Jahr 1945 existierende Banken repräsentieren. Ausserdem lauschte das Komitee einer Präsentation der Ökonomin Helen Junz. Sie hatte im Auftrag der Volcker-Kommission eine Studie vorbereitet über die wirtschaftlichen und Reichtums-Verhältnisse der jüdischen Bevölkerung in Ländern, die von den Nazitruppen besetzt wurden, aber auch in Deutschland und Österreich. Auch die Vorkehrungen für die Archivierung aller Dokumente und elektronischen Datenbanken der Untersuchung wurden diskutiert. Zur Sprache kam zudem die Arbeit des Schiedsgerichts, über die dessen Vizepräsident Thomas Bürgenthal berichtete. Aufgrund aller dieser schriftlichen und mündlichen Briefings trat das Komitee auf eine erste Debatte über den Inhalt und die Erarbeitung eines Entwurfs für den Schlussbericht ein. Dieser Bericht wird die Ursache des Problems beleuchten, das die Kommission zu lösen beauftragt wurde. Er soll auch die Methoden der Untersuchung beschreiben und vor allem mitteilen, welche nachrichtenlosen Konten auf Schweizer Banken aus der Zeit von 1933 bis 1945 identifiziert wurden. Ausserdem sollen im Bericht alle diese Resultate analysiert und bewertet werden. Nachdem nun die Bankenrevisionen beendet und die Resultate dem Komitee abgeliefert worden sind, rechnet die Volcker-Kommission damit, den Schlussbericht vor Ende November vorlegen zu können.





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