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Revue Juive Nr.01 Ausgabe: Nr. 1 » October 15, 2008

Wochenrückblick

von Gisela Blau, October 9, 2008

Spät. In der NZZ erschien am Mittwoch ein Inserat, das ein Europäisches Bürgerforum in Basel offenbar von österreichischen Persönlichkeiten übernahm, die ihrerseits auf eine Art Kontaktanzeige der neuen schwarz-blauen Regierung reagiert hatten. Es wird gebeten, Bundespräsident Ogi aufzufordern, weder Österreichs Bundeskanzler noch andere Regierungsmitglieder oder gar FPÖ-«Grössen» zu empfangen. Zu spät, denn die sonst so enervierend vorsichtige Schweiz hat diesmal sehr früh für das Nachbarland eine Bresche in den europäischen Schutzwall geschlagen und freiwillig erklärt, Besuch aus Österreich  mit Anstand zu empfangen. Das war geradezu eine Einladung in Richtung Wien, und sie trägt auch bereits Früchte. Die erste Visite aus Haiderland im Heidiland stattet die Aussenministerin (die der ÖVP angehört) den empfänglichen Nachbarn bereits nächste Woche ab.

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Frequenz. Die unbemannten «Drohnen» sind ein Lieblingswerkzeug der Schweizer Armee, weil sie gute Dienste am Himmel leisten. Sie stammen aus Israel (die JR berichtete). Und demnächst werden sie die europäische Harmonie stören, ebenfalls am Himmel: Ihre Funkfrequenz, die bereits seit 1988 zugeteilt ist, kollidiert in spätestens zwei Jahren mit europäischen Mobiltelefon-Frequenzen. Die Konsequenz des Frequenz-Salats: Die schweizerisch-israelischen Drohnen müssen für eine beinahe dreistellige Millionensumme umgerüstet werden. Wenigstens einmal etwas entfernt Jüdisches, das die Schweiz wohl Geld kostet, aber weder den Israelis noch den Juden im allgemeinen oder gar «amerikanischen Kreisen an der Ostküste» in die Schuhe geschoben werden kann.





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