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Revue Juive Nr.01 Ausgabe: Nr. 1 » October 15, 2008

Warmer Empfang für Sonabends

von Gisela Blau, October 9, 2008

Bern - Es sei ein «persönliches und warmes Gespräch» gewesen, sagten Sabine und Charles Sonabend (links) nach dem Empfang durch Bundesrat Kaspar Villiger (rechts) und Bundesrätin Ruth Dreifuss am Dienstagnachmittag: «Es wird uns immer in Erinnerung bleiben.» Der Empfang habe eine wichtige historische und symbolische Bedeutung, sagte ihr Zürcher Anwalt Marc R. Richter (hinten). Er hatte es fertiggebracht, dass der Bundesrat dem Gespräch zustimmte und seinen Klienten nach langem Markten pro Person 100 000 Franken zusprach, nicht als Genugtuung, sondern als Parteientschädigung, genau wie es das Bundesgericht gegenüber der ähnlichen Klage von Joseph Spring im Januar tat. Die Geschwister Sonabend, die im Gegensatz zu ihren Eltern Lili und Simon Sonabend die Deportation durch die Schweizer Behörden 1942 überlebten, betonten, dass sie sich nach ihrer jahrzehntelangen Leidenszeit heute als Stellvertreter auch der anderen ausgeschafften jüdischen Flüchtlinge verstehen. Sie dankten der Delegation des Bundesrates und den vielen Menschen, die sie während der Auseinandersetzung der letzten Jahre mit dem Finanzdepartement unterstützten. Sie registrierten mit Genugtuung, dass die heutige Schweizer Regierung sich von den Taten ihrer Vorgänger nochmals distanzierte und sie, die Opfer der antisemitischen Flüchtlingspolitik der Kriegsjahre, «mit allen Ehren und mit offenen Herzen» empfing. Dieses Zeichen des Respekts für Holocaustopfer gereiche gleichzeitig der Schweiz zur Ehre.





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