Vor dreissig Jahren starb Otto Abisch
Am 16. Juni jährte sich der Todestag von Otto Abisch, dem Mitbegründer der Jüdischen Rundschau, zum dreissigsten Male. 1938 als mittelloser Emigrant mit seiner Familie aus Nazi-Berlin nach Basel gekommen, stellte Otto Abisch seine kaufmännischen Talente schon bald in die Dienste des in Basel erscheinenden «Makkabi», einer Publikation des Jüdischen Turn- und Sportverbandes der Schweiz, indem er Inserate für das Blatt akquirierte. Dank seines unermüdlichen Arbeitsdranges, seines Optimismus und seiner Überzeugungskraft schaffte er die wirtschaftlichen Voraussetzungen für den Ausbau der Zeitung. Dazu gehörte auch die Umstellung vom monatlichen auf das wöchentliche Erscheinen. 1943 vereitelte Otto Abisch in weiser Voraussicht die Absicht einiger Basler Initianten, eine zweite jüdische Zeitung am Platze zu gründen. Er kaufte den potentiellen Konkurrenten den Namen «Jüdische Rundschau» ab, koppelte ihn mit dem des «Makkabi» und unterstellte das neue Blatt seiner Leitung. Damit legte er den Grundstein für die stetige Entwicklung der Zeitung zur heutigen JR. Otto Abisch stellte im Geschäftsleben seinen Mann und bewies, dass auch das schreckliche Erlebnis des Holocausts einen aufrechten und gottesgläubigen Menschen nicht brechen konnte. Neben der «Jüdischen Rundschau» galt Otto Abischs Interesse vor allem seiner Familie und der Israelitischen Religionsgesellschaft, in der er sich schon kurz nach seiner Ankunft in Basel integrierte und zu einem geachteten Mitglied wurde. Seit dem Hinschied Otto Abischs sind schon drei Jahrzehnte verstrichen, doch die Spuren, die er in der JR hinterlassen hat, sehen und fühlen wir in unveränderter Schärfe. Seine Güte, seine Weitsicht und sein grenzenloser Einsatz werden uns immer leuchtendes Beispiel sein.


