Vernetzt für den Frieden
Europäische Union (EU), Vereinte Nationen (UNO), Europäische Freihandelszone (EFTA), Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Internationaler Währungsfond (IWF), Nato, Internationales Komittee vom Roten Kreuz (IKRK), World Trade Organisation (WTO), Europäische Weltraumorganisation (ESA), Weltbank; das sind Beispiele für die vernetzte Welt von heute und von morgen. Staaten bleiben souverän, sind aber eingebunden in internationale Organisationen. Sie tragen somit Verantwortung nicht nur für das eigene Staatsgebilde. In vielen Organisationen ist die Schweiz bereits heute in der einen oder anderen Form eingebunden oder Vollmitglied. Eine Realität, die in den Köpfen vieler noch nicht umgesetzt worden ist. Im Zuge der weltweiten Vernetzung von Einzelstaaten zu politischen, humanitären oder wirtschaftlichen Gemeinschaften wird die Verantwortung der einzelnen gegenüber Dritten und die gegenseitige Kontrolle grösser. Und damit wandelt sich auch das Verhältnis zum Begriff «Neutralität». Wer sich absondert ist per Definition nicht mehr neutral, sondern bezieht Stellung. Es ist unmöglich politisch neutral sein, wenn fortan die Wirtschaft der Politik de facto vermehrt die Traktandeliste vorgibt. Wer wie einst ein Appartheitsregime politisch boykottiert und wirtschaftlich unterstützt ist nicht neutral in seiner Haltung. Wer sich heute dem Integrations- und Vernetzungsprozess entzieht - allenfalls immer wieder durch die Hintertür vertreten ist -, der bezieht ganz klar Stellung. Er reduziert gleichsam die Neutralität auf das was sie eigentlich in den letzten Jahren war: eine Worthülse, um sich jeglicher Verpflichung zu entziehen. Somit ist das Ja zu den bilateralen Verträgen - was immer auch im Detail daran zu kritisieren sei -, ein Entscheid, der die ideelle Einstellung der Schweiz klar manifestiert (vgl. Interview mit Bundesrat Deiss auf den Seiten 10-11).


