Rasantes Wachstum
Eindeutiger Motor des rasanten Wachstums sind ausländische Wagnisfonds und private Investoren. Laut dem vorliegenden Rechenschaftsbericht 1999 konnte der Hochtechnologiesektor hinsichtlich Kapitalaufbringung und Investitionen mit Rekordergebnissen aufwarten. Während die traditionellen Wirtschaftsbereiche infolge der Konjunkturschwäche mit erheblichen Schwierigkeiten kämpfen mussten, florierten die Technologiezweige mit zweistelligen Zuwachsraten. Allein die zahlreichen inländischen Wagnisfonds erhöhten ihre Investitionen um 27% auf 432 Mio. $, beziehungsweise um 102% in den letzten drei Jahren. Auf ausländische Venturefonds, Emissionen in New York, Frankfurt, Paris und London sowie Privatpersonen und Institutionelle entfielen im Vorjahr 571 Mio. $.
Diese Fonds sind gut gepolstert. Sie verfügen gegenwärtig über Reserven in Höhe von 1,52 Mrd. $, die sie sofort abrufen können, falls sich günstige und attraktive Investitionsobjekte abzeichnen. Die Aufbringung neuer Mittel für Investitionen summierte sich im Vorjahr auf 905 Mio. $, die einem Zuwachs von satten 35% entsprechen. In den letzten drei Jahren flossen insgesamt 2,28 Mrd. $ in die prall gefüllten Kassen der in Israel tätigen Wagnisfonds, die nicht leugnen können, dass dieses Ergebnis ihre Erwartungen bei weitem übertroffen und neue Hoffnungen für die Zukunft geweckt hat. Darüber hinaus ermöglichte die Situation den Fonds ihre Investitionen in spezifische Vorhaben zu intensivieren und neue Projekte, die sich noch in den verschiedenen Anschubstadien befinden, stärker und gezielter zu fördern.
Mit 338 Mio. $ oder 33% der getätigten Investitionen rückte die Sparte Internet auf Platz eins, gefolgt von der Telekommunikation, auf die 294 Mio. $ entfielen. Die Bereitschaft der Geldgeber, diesen zwei Branchen 632 Mio. $ in einem Jahr zur Verfügung zu stellen, ist bester Beweis für ihren hohen Stellenwert als technologische und kommerzielle Hoffnungsträger. Dagegen hat das Interesse der Anleger an den Herstellern von Computer-Programmen seinen Höhepunkt überschritten. Der Bereich Software-Entwicklungen mit Schwerpunkt auf neuen und fortschrittlichen Verschlüsselungstechniken musste sich 1999 mit 142 Mio. $ begnügen. Dagegen flossen 130 Mio. $ in die Sparte Naturwissenschaften. Hier waren die Sparten Bio- und Gentechnologie Favoriten, die bisher nur verhältnismässig bescheidene Investitionen melden konnten. Diese kräftige Kapitalspritze lässt vermuten, dass die Geldgeber jetzt auch vor langfristigen Investitionen nicht mehr zurückschrecken.
Aus der Sicht von Branchenkennern hat sich das neue Millennium zufriedenstellend angelassen. Phillips Eindhoven zeigte Flagge mit einer Investition von 25 Mio. $, zuzüglich 10 Mio. $ im Rahmen eines Wagnisfonds. Auch IBM kündigte mit einer ersten Tranche von 10 Mio. $ seine finanzielle Beteiligung am Venturefonds Genesis 2 an. Diese Investition ist die erste Geldanlage dieses Computerriesen an einem Wagnisfonds ausserhalb der USA. Durch den Erwerb eines Aktienpakets von 49,9% verfügt jetzt die deutsche Siemens AG, München, 100% der israelischen Hightech-Firma Seabridge, die auf die Herstellung von Zugangslösungen für ATM-Breitbandtechnologien spezialisiert ist. Insider schätzen die Investition auf 40 bis 45 Mio. $.
Auch die deutsche Softwareschmiede SAP hat Israel in ihrem Visier. Dennoch sind die Amerikaner viel flinker und können sich damit die Filetstücke der israelischen Hightech-Branche aneignen.


