«Mir wird der Kontakt fehlen»
Taus sagte auf Anfrage zur JR, dass er bereits im Januar bekanntgegeben habe, dass er bei den Gesamterneuerungswahlen von Ende 1999 nicht mehr für den Vorstand kandidieren wolle. «Die Übernahme des Generalsekretariats hat sich jetzt sehr rasch ergeben», sagt er. Seine Frau, Liliane Taus, die im Schulsekretariat und im Rabbinat tätig ist, wird sich eine neue Stelle suchen. «Dies habe ich am Dienstag erklärt, als die Mitarbeiterin und Mitarbeiter informiert wurden», sagt Taus. «Ich war immer dagegen, dass Ehepaare in der ICZ arbeiten.» Sein neues Amt tritt Taus ab Montag an. Während der am Abend des 5. Juli stattfindenden Gemeindeversammlung werden die ICZ-Mitglieder über den Wechsel informiert werden. Ada Winter wird dann nicht persönlich anwesend sein. An jenem Tag begibt sie sich in ein Spital, weil sie sich einer Operation unterziehen muss. Sie leidet seit einiger Zeit unter gesundheitlichen Problemen. Nach der vollständigen Genesung will sie sich eine neue, weniger zeit- und kräfteraubende Aufgabe suchen. Ada Winter hat eine ungewöhnlich intensive Tätigkeit hinter sich. Sie war, von der Zürcher Asylorganisation her kommend, vor knapp drei Jahren kaum im Amt, als die «Meili-Affäre» platzte. Diese trug noch mehr zur Arbeitslast der Generalsekretärin bei, weil der ICZ-Präsident wegen der Holocaust-Debatte von den Medien aus der ganzen Welt stark beansprucht wurde und Arbeit wie Termine koordiniert werden mussten. Während ihrer Zeit als Generalsekretärin erlebte die ICZ nicht nur internationale Beachtung wegen der Vergangenheitsdiskussion in der Schweiz. Winter widmete sich der internen Arbeit und reorganisierte die Administration. So wirkte sie beispielsweise bei der Redaktion des Jahresberichtes mit, in den sie manchmal ihren Humor einfliessen liess. Es geht denn auch die Fama, dass sie, wie dies hin und wieder auch Parlamentarier tun, während Vorstandssitzungen die schönsten Bonmots der ICZ-Führung sammelte. «Es war ein wunderschöner, anspruchsvoller Job», sagt Ada Winter auf Anfrage der JR und bestätigt ihren Rücktritt. «Mir wird der Kontakt mit jedem einzelnen Mitglied des Mitarbeiterinnen- und Mitarbeiterstabes und mit jedem ICZ-Mitglied fehlen. Jeder Mensch ist für mich wichtig. Ich habe es sehr geschätzt, wenn Mitglieder den Weg zu mir fanden und meine Hilfe bei Problemlösungen in Anspruch nahmen.» Als spannendste Zeit während ihrer Tätigkeit nennt sie die Affäre Meili, auch vom menschlichen Aspekt her, denn sie gehörte zu jenem kleinen Personenkreis, der sich um die Familie des Wachmanns kümmerte. «Der Vorstand und ich danken Ada Winter für ihre wertvolle Mitarbeit während der letzten drei Jahre», sagte ICZ-Präsident Werner Rom auf Anfrage zur JR. «Wir erlebten gemeinsam eine hektische Zeit, die sehr energieverzehrend war. Jetzt wünschen wir Ada alles Gute für die Zukunft, insbesondere eine vollständige Genesung. Ich bin froh, dass wir mit Gabriel Taus eine nahtlose Übergabe schaffen, obwohl wir dank den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch eine Übergangszeit problemlos überbrückt hätten.»


