Milliarden-Waffendeal mit den Syrern
Bereits Ende nächster Woche soll eine Flotte hochmoderner russischer Kampfjäger vom Typ «Suchoi 27» in Damaskus eintreffen. Das schreibt am Sonntag die Zeitung «Yediot Achronot» unter Berufung auf das in Moskau erscheinende Blatt «Vremja Novosty». Die Lieferung der Flugzeuge wäre demnach Bestand eines riesigen, 2 Milliarden Dollar ausmachenden Waffendeals zwischen Russland und Syrien. Rüstungsgüter für 500 Millionen sollen noch dieses Jahr an die Syrer verkauft werden, während für 2001 Lieferungen im Umfang von 1,5 Milliarden vorgesehen sind.
Im politischen Kontext
Dem Abschluss des Geschäftes vorausgegangen waren mehrjährige Verhandlungen, und jetzt hat offensichtlich die politische Führung Moskaus entschieden, die Rüstungslieferungen an Syrien wieder aufzunehmen, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion eingestellt worden waren. Nicht auszuschliessen, dass der Entscheid durch die Stagnation in den israelisch-syrischen Verhandlungen gefördert worden ist. Das gleiche Argument nimmt man ja auch zu Hilfe, um das trotz der amerikanischen Opposition unbeirrte Festhalten Israels an den Waffengeschäften mit China zu erklären.
Neben den Suchoi-Flugzeugen werden die Syrer moderne Tanks vom Typ T-90 und anti-Tankraketen erhalten. Zudem soll Moskau auch bereit sein, Damaskus S-300-Luftabwehrraketen zur Verfügung zu stellen. Laut Experten sind diese rund 10 Meter langen, mit hochmodernen Radar-Systemen ausgerüsteten Geschosse, die von mobilen Stellungen aus abgefeuert werden, den amerikanischen «Patriot»-Raketen überlegen, die auch Israels Luftwaffe besitzt. Die S-300 ist imstande, Ziele in einer Höhe von bis zu 27 km und in einer Entfernung von bis zu 200 km zu zerstören. Bis heute besitzen China, Indien und Zypern diese Raketen.
Das neue Kapitel Stagnation
Die Ausrüstung Syriens mit den Suchoi-Düsenjägern dürfte nichts Wesentliches an der Luftüberlegenheit Israels ändern, und Jerusalem zieht den Verkauf russischer Waffen an Damaskus ähnlichen Verträgen zwischen Syrien und westlichen Lieferanten sicher vor. Dann meinte anfangs Woche der syrische Präsidenten-Kronprinz Bashir Assad, die Türe zum Frieden mit Israel sei noch nicht zugeschlagen. Ungeachtet dieser teils gewiss als Beschwichtigung gedachten Beobachtungen muss eines klar festgehalten werden: Die währschafte Stagnation, in welche die israelisch-syrischen Verhandlungen gerutscht sind, hat ein neues Kapitel im Nahen Osten aufgeschlagen, dessen Ende höchst ungewiss ist. Der Waffendeal zwischen Moskau und Damaskus ist ein untrügliches Indiz dafür.


