Massive Terrorwelle vereitelt
Am Dienstagabend hob der «Shabak»-Geheimdienst das Verbot auf, über eine der erfolgreichsten gemeinsamen Aktionen der israelischen und palästinensischen Sicherheitsorgane der letzten Zeit zu berichten. Im Anschluss an die Verhaftung eines Palästinensers aus dem Flüchtlingslager Anabta in der Westbank Ende Januar auf dem Markt von Netanya konnten mehrere Dutzend weitere Mitglieder militanter Hamas-Zellen festgenommen werden. Sie hatten spektakuläre Anschläge in Israel geplant, wobei sie u.a. ein grosses Wohnhaus in Jerusalem in die Luft sprengen wollten. Als Vorbild diente den Terroristen das Vorgehen von islamischen bzw. tschetschenischen Gesinnungsgenossen in Kenya bzw. Russland.
Der Palästinenser, der in Netanya verhaftet wurde, machte sich verdächtig, als er zwei Kippot kaufen wollte und bei der Befragung erklärte, er sei Theologiestudent und betreibe vergleichende Studien. In der Vergangenheit haben Hamas-Terroristen sich bei ihren Versuchen, autostoppende Soldaten zu entführen, des öfteren als religiöse Israelis verkleidet. Nach kurzem Verhör brach der «Student» zusammen, und die Sicherheitsorgane konnten die Hamas-Leute in der Westbank noch rechtzeitig verhaften. Damit wurden diverse Katastrophen verhindert. Neben anderen Plänen wollten die Terroristen ein 10-20-stöckiges Wohnhaus in Jerusalem in die Luft sprengen, um möglichst viele Opfer unter der Zivilbevölkerung zu verursachen. Zudem war daran gedacht, zwei Busse bei ihrer Ausfahrt aus der Zentralstation von Netanya gleichzeitigzu attackieren. Vor einigen Tagen starb unweit von Nablus in der Westbank ein Mitglied der Zelle und ein weiterer wurde schwer verletzt, als eine grosse Bombe, die sie in einer jüdischen Siedlung explodieren lassen wollten, vorzeitig in die Luft ging. - Israelische Offizielle bezeichnen die nun aufgedeckte Terrorzelle als «sehr gefährlich», und trotz des Erfolges der Sicherheitsorgane bleibt das verstärkte Aufgebot an Militär- und Polizeitruppen an neuralgischen Punkten in israelischen Grossstädten vorerst erhalten.
Haaretz


