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Revue Juive Nr.01 Ausgabe: Nr. 1 » October 15, 2008

Israel im Korb

von Olivier R. Lasowsky, October 9, 2008
Am 11. Oktober 2000 wird an der Schweizer Börse SWX Swiss Exchange der «Israeli New and Old Economy Basket 5761» für den Handel freigegeben. Philippe Bollag, First Vice President der Bank Hofmann, war die treibende Kraft hinter der Planung und Realisierung des weltweit ersten israelischen «Investmentkorbes» mit «New und Old Economy»-Titeln. Die Zeichnungsfrist dauert bis am 22. September 2000.
In der Schweiz lanciert: Interessanter «Israel-Baskert» für Anleger. - Foto Keystone

Die Aktien- und Kapitalmärkte Israels regen schon seit einigen Jahren Philippe Bollags professionelles Interesse. Aus seiner Sicht bietet die wirtschaftliche Lage Israels zum jetzigen Zeitpunkt eine Investitionsnische. Zwar berge die politische Lage im Nahen Osten noch immer ein «gewisses Risiko», erklärt Bollag. Doch die Stabilität des israelischen Marktes sei überzeugend, um einen Investitionsversuch zu starten. Grund für Bollags Optimismus ist, dass sich viele Firmen im Laufe des Jahres konsolidiert und auf Gewinnkurs begeben haben.
In der Schweiz ist der israelische Markt als Investitionsmöglichkeit noch wenig bekannt. Bis jetzt konnte man immerhin der Presse einige Artikel über Israels allgemeine Wirtschaftslage entnehmen, vertiefend waren sie jedoch nicht. Trotzdem, oder gerade deswegen, sagt Bollag, werde er immer wieder von Kunden angesprochen, die ein finanzielles Engagement in Israel eingehen wollen. In der Schweiz seien jedoch die Börsendaten keinem Kursblatt zu entnehmen.

26 Frimen im Basket

Wegen diesem bestehenden Interesse ist es laut Bollag sinnvoll, Aufklärungsarbeit zu leisten. «Die Anleger sollten sich über ihre Investition genau informieren können, zumindest jedoch wissen, wie man die Firmennamen ausspricht und in welcher Branche sie tätig sind.» Natürlich, so Bollag, hätten jüdische Anleger eine geringere Hemmschwelle, wenn es um die Bereitschaft geht, ihr Geld in israelische Börsentitel anzulegen, interessant sei es jedoch sicherlich für alle. Die Zeit sei reif, dass israelische Anlagewerte vermehrt in Portfolios von privaten und institutionellen Investoren Platz finden.
Die Palette der Titel im «Israeli New and Old Economy Basket 5761» reicht von Firmen wie Oridion Systems (medical technology), über DSP Group (digital signaling processing) zu Checkpoint (software) bis hin zu Bank Hapoalim, Elite Industries (food) und Bezeq (telecom services) sieben «Old economy» und neunzehn «New Economy»-Titeln. Insgesamt sind 26 Firmen, die an einer der drei Börsen von Tel-Aviv, Zürich oder dem New Yorker Nasdaq gehandelt werden, im Basket vertreten.
Der Basket wurde auf Initiative der Bank Hofmann lanciert. Ein grosser Beitrag für die Hintergrundinformationen leistete SecMor Capital Markets, der internationale Investmentarm der Tel-Aviver Investment-Bank Moritz & Tuchler. Das Ziel sei gewesen, ein Paket von gut zwei Dutzend Aktien «zusammenzuschustern». Es wurde darauf geachtet, dass die Titel möglichst liquid sind und die Firmen vielen verschiedenen Industrien entstammen.
Der Basket soll den Anlegern ermöglichen, in ein breit gefächertes Portfolio zu investieren, ohne die Risiken auf sich zu nehmen, die eine Investition in eine einzelne Aktie in sich birgt. Die grössten Positionen im Basket nehmen Teva Pharmaceuticals und ECI Telecom ein, mit je einem siebenprozentigen Anteil. «Während der Laufzeit von einem Jahr haben sogar Investoren mit begrenzten Mitteln die Gelegenheit, den israelischen Markt mitzuverfolgen, ihn zu testen, ein Gefühl für ihn zu entwickeln», erklärt Bollag.
Für die Zukunft könnten weitere Produkte lanciert werden. Mit ihnen wolle man auch nicht spezifisch israelorientierten Anlegern eine Möglichkeit bieten, israelische Aktienwerte in ihr Investmentportfolio aufzunehmen.

750 000 Zertifikate zu verkaufen

Die Stärke dieses Baskets liegt gemäss Bollag in der fundierten Titelauswahl, die ein äusserst breites Branchenspektrum abdeckt. Credit Suisse First Boston wurde von der Bank Hofmann als Lead Manager gewonnen, nachdem sie den israelischen Kapitalmarkt eingehend geprüft hatte. Zusammen werden 750 000 Zertifikate à US$ 102 angeboten. Die Zeichnungsfrist läuft bis am 22. September, die Librierung findet am 11. Oktober statt. Mit einer Kapitalisierung von US$ 75 000 000, sagt Bollag, ist der Basket ein ehrgeiziges Unterfangen.





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