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Revue Juive Nr.01 Ausgabe: Nr. 1 » October 15, 2008

Für kulturelle Zwecke

von Ruth E. Gruber, October 9, 2008
Zwei ungarische Synagogen, die während Jahrzehnten leergestanden haben oder für andere Zwecke benutzt worden sind, sollen renoviert werden. Gemäss den Plänen werden die Gebäude generellen kulturellen Zwecken dienen.
Synagoge von Kunszentmarton. - Foto JTA

Zwei seit Jahrzehnten leerstehende Synagogen in Ungarn sollen renoviert und kulturellen Zwecken dienen. Zum Andenken an die im Holocaust zerstörten jüdischen Gemeinden soll der jüdische Charakter der Gebäude beibehalten werden. Die Synagoge in der Ortschaft Kunszentmarton südlich von Budapest soll ein Kulturzentrum werden, inkl. einer Konzerthalle und einer Kunstgallerie. Die barocke Synagoge in Mad in Nordost-Ungarn soll ein Erinnerungs- und Bildungszentrum sowie zu einem Museum wer-den. Die Synagoge von Kunszentmarton entstand in den Jahren 1911-12. Sie kombiniert traditionellen jüdischen Symbolismus mit ungarischer Folklore und Art Nouveau. Bis 1964 wurde die Synagoge als Gotteshaus verwendet, doch dann verkaufte die jüdische Gemeinde das Haus. Es diente zuerst als Möbellager, und zuletzt stand es leer. 1987 deklarierte das Nationale Institut für den Schutz von Denkmälern die Synagoge zur geschützten historischen Stätte. Die Stadtverwaltung initiierte Ende der 90er Jahre die Restaurationsarbeiten, und die Aussenarbeiten sind beinahe beendet. Für weitere Arbeiten werden noch die nötigen Mittel gesucht. Die Synagoge in Mad, eine der ältesten Synagogen des Landes, stammt etwa aus dem Jahre 1795. Sie zählt zu den schönsten noch existierenden Beispielen für eine Synagoge mit Barock-Architektur. Die Ortschaft befindet sich in nächster Nähe zu Dörfern, in welchen grosse chassidische Rabbiner begraben liegen. Seitdem die Juden von Mad 1944 nach Auschwitz deportiert worden waren, hatte die Synagoge leer gestanden. Das Gebäude war stark beschädigt, doch der Grossteil seiner reichen Dekoration ist erhalten geblieben. Die Synagoge ist Bestandteil eines Gebäudekomplexes, zu dem auch die ehemalige Jeschiwa und die Residenz des Rabbiners zählen. Im Innern der Syangoge erinnert eine Tafel an die hunderte lokaler Holocaust-Opfer. Vor einigen Monaten hat die ungarische Regierung Gelder für die Renovation der Synagoge zur Verfügung gestellt. Die gesamten Renovationskosten belaufen sich auf rund 250 000 Dollar. Der World Monuments Fund - www.worldmonuments.org - sammelt Spenden für die Restaurationsarbeiten.

Jta





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