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Revue Juive Nr.01 Ausgabe: Nr. 1 » October 15, 2008

Ex-Ku-Klux-Klan-Chef predigt in Moskau

von Lev Gorodetsky, October 9, 2008
David Duke, ein ehemaliger Chef der rassistisch-amerikanischen Organisation Ku-Klux-Klan verbreitet seine antisemitische Botschaft in Russland. Das bestärkt die Vermutungen, wonach die Zusammenarbeit zwischen russischen Extremisten und ihren ideologischen Partnern im Ausland sich immer enger gestaltet.
David Duke: «Welt-Zionismus, der Hauptfeind der arischen Rasse. - Foto KY

Zu Aktionen gegen den «Welt-Zionismus, den Hauptfeind der arischen Rasse», rief David Duke, der ehemalige Chef des Ku-Klux-Klan, zu Beginn seiner einmonatigen Reise durch Russland in einem Moskauer Museum auf. Die Juden hätten «uns auf die Knie gezwungen», fügte Duke laut dem Verein der Sowjet-Juden hinzu.
Dem Vernehmen nach reiste Duke auf Einladung von Aleksander Prokhanov, dem Chefredaktor der ultra-nationalistischen Zeitung «Zavtra», und von Konstantin Kasimovsky, dem Chef der antisemitischen «Russischen Aktion» nach Moskau. Prokhanov, dessen Zeitung den Fremdenhass und den Antisemitismus predigt, gehörte zu den Chefredaktoren, die kürzlich zu einem Treffen mit Russlands Präsident Putin eingeladen waren.In seiner Rede im Museum rief Duke auch dazu auf, alle dunkelhäutigen Menschen aus Moskau zu verbannen. Die Zuhörer reagierten mit Rufen wie «Ruhm für Russland» oder «Weisse Macht». Laut Micah Naftalin, dem nationalen Direktor einer Gruppe, die den Antisemitismus und andere Menschenrechtsverletzungen in Russland beobachtet, wirft Dukes Besuch ein grelles Licht auf den «Flirt», den Putin mit den russischen Extremisten betreibt. Prokhanovs öffentliche Assoziation mit einem Mann wie Duke unterstreiche, so Naftalin, den Fehler, den Putin gemacht habe, indem er den Chefredaktor eingeladen hat.
Schon letztes Jahr hatte Duke sich in Russland aufgehalten. Damals kam er mit General Albert Makashov zusammen, einem für seine antisemitischen Äusserungen berüchtigten ehemaligen kommunistischen Abgeordneten. Im Mai weilte der französische Rechtsextremist Jean-Marie Le Pen in der Ukraine, wo er ein Kooperationsabkommen mit der dortigen national-sozialistischen Partei, einer führenden Organisation der extremen Rechte in der Ukraine, unterzeichnete.
Nach Ansicht von Lev Krichevsky, dem Direktor des Moskauer Büros der Anti-Diffamationsliga, intensivieren die extremen russischen Nationalisten ihre Kontakte zu Gesinnungsgenossen im Westen, wobei vor allem Internet-Quellen gemeinsam benutzt werden. «Erstaunlich», meinte er, «wie rasch diese Kerle bei all ihrer anti-westlichen Rhetorik mit ihren Kollegen aus dem Westen eine gemeinsame Sprache finden und zusammen mehrsprachige Web Sites auf die Beine stellen.» In der ehemaligen Sowjetunion finden sich zudem auch Anzeichen für eine wachsende Zusammenarbeit zwischen moslemischen Extremisten und Nationalisten.
Und dies trotz der anti-moslemischen Gefühle, die durch den Krieg in Tschetschenien ausgelöst worden sind. Offenbar überwiegt der «gemeinsame Kampf gegen die zionistische Verschwörung» in Russland, dem Nahen Osten und anderswo die Antipathien, die man normalerweise füreinander hegt.

JTA





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